04/2026 Unsere siebte Weltreise durch Küchen führte uns zu Marlene. Sie kommt aus Salvador im Bundesstaat Bahia im Nordosten Brasiliens. Bahia ist bekannt für seine afro-brasilianische Kultur.

In Marlenes Küche staunten wir nicht schlecht, denn die selbständige Immobilienmaklerin und Mutter zweier erwachsener Kinder kocht nicht nur für ihre kleine Familie, sondern liebt es, große Gartenpartys mit vielen Gästen zu veranstalten und daher besitzt sie viele große Schüsseln und Töpfe in ihrer Küche. Sie bereitete mit uns ihre Lieblingsspeisen aus ihrer Heimat zu, Okraschoten, ein Garnelengericht, Reis und Augenbohnen. Die Zubereitung dieser traditionellen Speisen hat sie von ihrer Mutter erlernt. Der Vater spielte in der Küche eher keine große Rolle, er war eher für das Feuermachen im Ofen zuständig, schmunzelte sie.

Okraschoten dürfen in keinem brasilianischen Kühlschrank fehlen. In Bahia werden sie in jedem Garten angebaut. Die wenigsten von uns hatten sie so frisch zubereitet je vorher gegessen, kulinarisches Neuland für uns! Martin probierte die Okaschoten roh und meinte, sie schmecken ein bisschen wie Gurken. Man sollte sie aber wenigstens kurz andünsten. Wir lernten das Okraschoten-Schmorgericht Caruru kennen, das mindestens eine Stunde lang gart und permanent gerührt werden muss.

Das Augenbohnen-Gericht Feijão fradinho wird in der afro-brasilianischen Kultur oft gegessen. Jeder Haushalt besitzt für das Kochen der Bohnen einen Schnellkochtopf. Marlene stammt aus einer Familie mit sechs Kindern und dort musste es immer flott gehen. Bohnen isst man in Brasilien entweder mit Fisch oder mit Fleisch, dazu gibt es immer Reis.

Da Marlene von der Küste stammt, liebt sie Fisch und Garnelen. Wir haben eine Woche nach Ostern ein traditionelles Oster-Essen gekocht: Muqueca de camarão, ein Gericht mit Garnelen in einer köstlichen Soße aus Kokosmilch.

Zum Abschluss eines schönen Nachmittages überraschte uns Marlene mit einem brasilianischen Pudding in Karamellsoße…hmmm, so lecker!

Elf Kochbegeisterte danken Marlene von Herzen dafür, dass wir in ihre Töpfe schauen durften und für ihre große Gastfreundschaft!

Autorin: Ina Bewermeier