09/26 Heute haben wir damit begonnen, uns von unsere ersten zehn Lebensjahren zu erzählen. Da unsere siebenköpfige  Gesprächsrunde ihre Wurzeln in Deutschland, dem Irak und Somalia hatte, waren die Geschichten sehr unterschiedlich. Es ging um Lämmer hüten und Wölfe abwehren, die Koranschule, Hüpfekästchen und Gummitwist.

In unseren Erzählungen ging es um Freundschaften, Schwimmbadbesuche, Tanzkurs, Abitur und Berufswünsche.

Dann waren die zwei Stunden um, aber zum Glück hat unser Leben noch ein paar mehr Jahrzehnte zu bieten. Da knüpfen wir dann im Oktober an.

Danke fürs Mitmachen. 🤗

09/2026 Passend zu unserem einjährigen Jubiläum unseres Angebots „Weltreisen durch Küchen“ haben wir mit dem Zug einen gemeinsamen Ausflug nach Herne ins LWL Museum in die Ausstellung „Mahlzeit“ unternommen.

08/2026 Kurz vor den Sommerferien hat mein dreimonatiges Praktikum im Verein Weltreise durch Wohnzimmer e.V. geendet und ich möchte euch erzählen, wie es war.

Jede Woche habe ich mich 20 Stunden mit dem Verein beschäftigt, beziehungsweise mich für den Verein engagiert.

Um unseren Verein im Programm „Deutsch im Dialog“ der Bürgerstiftung Gütersloh, das wöchentlich in der Gütersloher Stadtbibliothek stattfindet, vorzustellen, habe ich den Flyer, den ihr oben seht, erstellt. Mir hat es sehr gefallen, mir das Design auszudenken und zu entscheiden, was wo auf dem Flyer steht.

Regelmäßig habe ich an den interkulturellen Stammtischen teilgenommen, was ich auch nach meinem Praktikum weiterhin tun werde.

Eine größere Aufgabe war für mich im Mai das internationale Kulturfest vor dem Rathaus in Rheda. Es hat viel Spaß gemacht, unseren Verein dort zu repräsentieren, ein Quiz mit den Gästen zu spielen, sie zu animieren, ein Porträt von sich zu zeichnen, Fingerfood aus unserer Community zu verkaufen sowie mit Aktiven des Vereins und Interessierten ins Gespräch zu kommen.

Etwas aufregend war es für mich, den Vereinsausflug nach Herne in die Ausstellung „Mahlzeit“ gemeinsam mit Ruwaida vorzubereiten.

Ich kann ein Praktikum beim Verein Weltreise durch Wohnzimmer sehr empfehlen, da ich dadurch routinierter im Umgang mit Deutschen und Menschen aus aller Welt geworden bin und nun erste Erfahrungen in einem deutschen Betrieb gesammelt habe.

Cool ist, dass ich direkt im Abschluss an das Praktikum eine Weiterbildung im Bereich Buchhaltung beginne. Somit habe ich keinen Leerlauf in meinem Lebenslauf. Mein B2 Berufssprachkurs, das Praktikum und die Weiterbildung gehen nahtlos ineinander über.

Danke für diese gute Erfahrung. 😀

Anzhela

 

  1. 08/2026 Nair war selbst schon zu Gast auf zwei Weltreisen durch Küchen und für sie stand schnell fest, dass sie selbst auch mal eine Kochreise anbieten möchte. Sie wusste auch bereits ganz genau, dass sie viele Reisende einladen und mit ihnen im Sommer im Garten unter ihrem Kirschbaum, wie mit einer großen Familie an einer langen Tafel, brasilianisch essen wollen würde. Ein klares Bild vor Augen ist so wunderbar!

Genauso schnell war auch das Menü geplant: ein ganz typisches traditionelles Familienessen und dazu verschiedene, süße Desserts, die man auch zu ganz besonderen Anlässen in Brasilien anbietet: Mandioca (Pommes aus der Maniokwurzel), Vinagrete (Salat), Arroz (Reis), Feijoada (ein Bohnengericht), Farofa (Streusel aus Maniokmehl), Bolo de Fubá (ein Kokos-Maismehl-Kuchen), Brigadeiros (Rumkugeln ohne Rum) und Cajú (kleine Süßigkeiten aus Cashewnüssen).

So reisten wir 14 Kochbegeisterten mit Messer und Schneidebrett „im Koffer“ an und wurden bereits herzlichst mit angenehmer Musik, brasilianischen Flaggen, Fußballtrikots und Fähnchen empfangen. Selbst die Ohrringe waren brasilianisch! Und eine Landkarte wehte an der Wäscheleine. Wir waren sofort in Nairs Welt angekommen!

Wie auf jeder Kochreise lernen wir unsere Gastgeber zunächst etwas kennen. So berichtete Nair von ihrer Geburtsstadt São Paulo mit über 20 Millionen Einwohnern und den vielen Einflüssen der ganzen Welt, was sich von anderen Regionen Brasiliens unterscheidet, die rein europäisch, oder aber afro-brasilianisch oder auch indigen geprägt sind.

Wir erfuhren von Nairs Elternhaus, dem Vater, einem syrisch-libanesischen Geflüchteten und der brasilianischen Mutter, die die Familie verließ. Von einem deutsch-österreichischen Paar, Freunde des Vaters, die Nair mit vier Jahren mitnahmen und dass sie von ihrem Bruder getrennt wurde. Von aufrichtiger Liebe der Pflegeeltern und doch des Andersseins durch Haufarbe und Sprache und den zu großen Veränderungen.

Von arabischen Süßigkeiten des Vaters, an die sie sich noch erinnern kann. Nair sprach von einer Generation, die nicht fragte und keine Antwort gab.

Sie erzählte uns von ihrer großen Liebe des Lebens, die sie in einem deutsch-jugoslawischen Mann fand und mit dem sie nicht nur wieder nach Brasilien auswanderte, sondern auch drei wunderbare Kinder bekam.

Nach dem Verlust des Mannes kam Nair zurück nach Deutschland. Seit dem Tod des Sohnes rücken Nair und ihre beiden Töchter Carin und Cladis noch enger zusammen und beide halfen Nair an diesem aufregenden Tag der Weltreise durch Küchen.

In verschiedenen Gruppen entstanden ruckzuck draußen unter dem Kirschbaum, auf der Terrasse und in der Küche alle Gerichte für unser Menü.

Das gemeinsame Essen an der langen Tafel unter dem Kirschbaum war einmalig schön, bunt und voller Gespräche und Genuss.

Und als die Bohnen dann genau so authentisch brasilianisch schmeckten wie in Brasilien, waren alle noch glücklicher als vorher, denn unsere Brasilien-erfahrenen Reisenden erinnerten sich sofort über den Geschmack auf der Zunge.

Am Ende der Reise zeigte uns Nair noch Familienfotos, die sie hütet wie ihren größten Schatz. Das älteste Bild stammte von 1925.

Wir durften mit Nair eine fast 84jährige Frau kennenlernen, die uns mitnahm in ihr ganzes Leben. Wenn jeder Riss, Schmerz und Verlust in ihrem Herzen mit Gold geklebt worden wäre, hätte Nair ein Herz aus Gold! Mich persönlich erinnerten Nairs sanfte Augen an die Augen meiner Oma, was mich bis jetzt sehr berührt.

Nair ließ uns teilhaben an ihrer Lebensfreude und Begeisterung für das Leben. Am Ende wollte niemand so recht nach Hause reisen.

Danke für das Gefühl, so willkommen gewesen zu sein, liebe Nair! Das Essen war köstlich!!

(Text: Ina Bewermeier)

07/2026 Genau vor einem Jahr fand unsere erste Kochreise statt. Seitdem reisen wir nahezu monatlich in verschiedene Küchen der Welt. Diesmal besuchten wir Fatma, die seit sieben Jahren mit ihrem Mann und ihren drei Söhnen in Deutschland lebt.

Ihre Großeltern stammen aus Griechenland, wanderten dann in die Türkei aus, wo dann auch Fatma geboren wurde. Sie lebte zwischenzeitlich auch mehrere Jahre lang in Turkmenistan. All diese Einflüsse spiegeln sich natürlich in ihrer Kochkunst wider .

Als Fatma gefragt wurde, was sie am liebsten zukünftig beruflich in Deutschland machen würde, antwortete sie spontan „Bäckerin!“, denn sie kocht und backt leidenschaftlich gern.

Eigentlich war Fatma langjährige Berufsschullehrerin für Informatik und wollte ihren Beruf hier weiter ausüben; leider wurde dieser nicht anerkannt. Bäckerin wurde sie nicht. Nach guter Überlegung weiß sie, dass sie nun bei ihrer Ausbildung zur Erzieherin genau richtig ist.

So machten wir sechs Frauen aus Deutschland, Mexiko, dem Iran und dem Irak uns mit Messer, Schneidebrett und Nudelholz auf den Weg, um die türkische Küche von Fatma kennenzulernen.

Bereits nach wenigen Minuten des Schnippelns von Zwiebeln, Tomaten, Paprika und Knoblauch fühlte es sich an, als würden wir uns nicht erst seit Minuten, sondern schon ewig kennen. Ein lebendiges, fröhliches Geplaudere über Familiengeschichten und all unsere verschiedenen Wurzeln erfüllte die Küche.

Unter Fatmas exakten, klaren Anweisungen und ihrem strengen und gleichzeitig liebevollen Blick entstanden immer schönere, rundere Lahmaçun. Fatma nahm auch kein Blatt vor den Mund, wenn ihr nicht gefiel, was passierte. So war entweder der Teig nicht hauchdünn ausgerollt oder wir vergaßen das allererste Lahmaçun im Ofen. Oder es ging nicht flott genug.

„Çabuk, çabuk!“ „Schnell, schnell, wir sind hier in der Küche, das muss schnell gehen!“ Herrlich! Alle Köchinnen gaben ihr Bestes. Und unter ausgelassenem Gekichere und viel Freude am Lernen entstanden ruckzuck ein Berg Lahmaçun, eine Salatplatte und Ayran, ein erfrischendes Joghurtgetränk. Köstlich!

Und was sagte Fatma am Ende? „Ich hab ja nichts gemacht, das haben wir ja alle schnell zusammen gemacht!“ 1000 Dank für diesen wunderschönen Nachmittag! Guten Appetit und afiyet olsun

(Text: Ina Bewermeier)

07/2026 Jeden dritten Donnerstag im Monat  treffen wir uns im Café Sonnenburg in Gütersloh von 19-21 Uhr, sitzen an Vierertischen mit Menschen aus drei anderen Kulturen zusammen (wobei eine Person Deutsch als Muttersprache hat) und unterhalten uns auf Deutsch über immer wechselnde  Themen wie z.B. “Wie hast du die Sommerferien in deiner Kindheit verbracht?”, “Was ist dein größtes Talent?”, “Was ist dein liebstes Fest?”…

07/2026 Auf einem internationalen Kulturfest nur Gäste zu sein und keinen eigenen Stand zu haben, macht auch Spaß. Wir waren zwölf Personen aus der Weltreise durch Wohnzimmer Community und haben Leita, Stella und Phocas getroffen. Wir haben uns sehr über das Wiedersehen gefreut.

06 und 07/2026 Im Sommer bietet Martin Kanufahrten auf der Ems an. Khadija sagt „Es ist das Schönste, was ich bisher in Deutschland erlebt habe.“

Khadija, Laura und Anzhela sind mit viel Spaß mit ihrer ganzen Familie gepaddelt.

1.000 Dank an Martin!

05/2026 Von unserem Verein waren 22 Personen an dem Gelingen des schönen Festes beteiligt: kochen, backen, Hütte einrichten, Gäste empfangen, von unseren Vereinsaktivitäten erzählen, Speisen verkaufen, Spenden sammeln, Kleidung leihen, Bild für die Mitmachaktion vorbereiten

122 ehrenamtliche Stunden haben wir gerne gemeinsam in das diesjährige Fest investiert. 💪🏻 1.000 Dank für eure Zeit und eure leckeren Speisen. Nach Abzug der Miete für die Hütte konnten wir unsere Vereinskasse mit diesem Fest um 180 Euro aufstocken.

Besonderheiten in unserer Hütte waren im diesen Jahr das von Gästen gemalte Bild „Vielfalt ist stark“ und unser „Kleidung aus aller Welt“-Quiz.

Vereinsmitglieder haben uns Kleidung aus Afghanistan, Belarus, China, Deutschland, Ecuador, dem Irak, dem Iran, Mexiko, Mosambik, Namibia, Pakistan, Rumänien, dem Senegal, Uganda und der Ukraine geliehen, und die Gäste haben geraten, zu welchem Land welches Kleidungsstück gehört.

Wie immer wurde viel getanzt und gelacht. Es war eine gelöste, fröhliche Stimmung.

Vielen Dank an die Stadt Rheda-Wiedenbrück, die das Fest jetzt schon zum 42sten Mal möglich gemacht hat, an unsere fleißigen Helfer und Unterstützer und natürlich an alle Gäste.

Svitlana, die zum ersten Mal unseren Verein mit backen und Speisen verkaufen unterstützt hat, schrieb Folgendes in unsere WhatsApo-Gruppe:
Zunächst möchte ich mich bei allen Organisatorinnen und Organisatoren dieses Festivals herzlich bedanken. Besonders danke ich dem Verein Weltreise durch Wohnzimmer e.V. für die Möglichkeit, direkt daran teilzunehmen.
Es war eine beeindruckende Erfahrung für mich, denn in der Ukraine gibt es keine internationalen Festivals dieser Art. Mein Mann und ich haben geholfen, wo wir konnten. Aufgrund der Sprachbarriere war es uns jedoch nicht möglich, uns überall aktiv einzubringen.
Wir haben viele neue Menschen kennengelernt und hatten auch die Gelegenheit, die Stadt ein wenig zu erkunden 🙂. Sie ist so gemütlich und wunderschön! Ich durfte sogar ein Interview geben.
Besonders beeindruckt mich Ihre Einstellung gegenüber Menschen aus anderen Ländern, Ihre Neugier und Ihr Interesse an anderen Kulturen. Es berührt mich sehr, dass diesem Thema hier eine so große Bedeutung beigemessen wird.
Vielen Dank dafür! All das vermittelt das Gefühl, in der deutschen Gesellschaft willkommen und angenommen zu sein. Sie öffnen nicht nur Türen, sondern auch Ihre Herzen. Das ist für uns alle von unschätzbarem Wert.
Nochmals herzlichen Dank für diese wunderbare Erfahrung! ❤️

 

05/2026 Die achte Weltreise durch Küchen führte uns in die turkmenische Küche nach Afghanistan zu Khadija und ihrer Familie. Khadija war auf die Anfrage, ob sie Lust hätte,  ihre Küche für unseren Verein zu öffnen, sofort begeistert.
Das sei ihr eine große Ehre, denn in den vier Jahren in Deutschland hatte sie noch nie Besuch zu Hause! Und alle Interessierten seien herzlich eingeladen! So reisten wir 12 Kochbegeisterten mit Lieblingsmesser und Schnippelbrett zu Khadija, die uns herzlichst empfing.

Sie zeigte uns, wie man Pulao, ein pikantes Reisgericht mit Hühnchen, zarten Möhren-Streifen und süßen Sultaninen, zubereitet. Sie verriet uns das Rezept ihrer Mutter.

Viel Arbeit waren die Samosas/Sambosas, kleine Teigtaschen mit Kartoffel-Spinat-Füllung, die man in Khadijas Heimatstadt Kundus überall auf den Straßen kaufen kann. Dieses Streetfood wird mit Dips angeboten. Auch wir bereiteten einen köstlichen Joghurt-Minz-Dip dazu zu, mit selbst zubereitetem Joghurt. Die Milch holt Khadija immer frisch vom Bauern.

Unsere Sambosas wurden etwas größer als gewünscht, man braucht tatsächlich etwas Übung! Aber das Essen schmeckte allen einfach nur wunderbar! Für einige Teilnehmende waren diese Aromen auf der Zunge ganz neu und ungewohnt und dabei so köstlich! Wir aßen unser Menu im Wohnzimmer auf dem Boden, so wie man es traditonell in Khadijas Familie macht.

Wir hatten viel Spaß zusammen. Es lag eine ganz herzliche und fröhliche Atmosphäre in der Luft!

Vielen, vielen Dank, liebe Khadija, für diese schöne Reise!

(Text: Ina Bewermeier)

05/2026 Von 16 Stammtisch-Teilnehmenden waren heute acht zum ersten Mal im Café Sonnenburg. Fünf davon haben Ruwaida und Anzhela durch ihren Besuch bei Deutsch im Dialog zur Teilnahme am Stammtisch inspiriert. Wie üblich saßen wir an Vierertischen und tauschten uns über Besonderheiten aus unseren Geburtsländern aus: Feste, Getränke, Speisen, Landschaften, Spiele …

05/2026 Mein Name ist Ruwaida. Ich komme aus Syrien und lebe seit 11 Jahren in Deutschland. Beruflich habe ich im Bereich Musikpädagogik gearbeitet und mich kontinuierlich weiterqualifiziert. Zuletzt habe ich erfolgreich den B2-Berufssprachkurs abgeschlossen.
Um meine praktischen Erfahrungen in Deutschland zu vertiefen und meine beruflichen Perspektiven gezielt weiterzuentwickeln, habe ich mich für ein dreimonatiges Praktikum beim Verein „Weltreise durch Wohnzimmer“ entschieden.

Ich erwarte von diesem Praktikum, meine interkulturellen Kompetenzen weiter auszubauen und fundierte Einblicke in die Organisation sowie Durchführung kultureller Projekte zu gewinnen.

Dabei ist es mir besonders wichtig, meine Kommunikationsfähigkeiten zu stärken und Sicherheit im Austausch mit Menschen unterschiedlicher Herkunft zu entwickeln.

Im Rahmen meines Praktikums werde ich das Team bei der Planung und Umsetzung von Veranstaltungen wie dem internationalen Kulturfest und interkulturellen Stammtischen unterstützen. Darüber hinaus verfasse ich redaktionelle Beiträge mit Ausflugstipps zu Parks in Bielefeld, Gütersloh, Rheda-Wiedenbrück, Oelde und Rietberg für die Website der Community. Ich freue mich darauf, aktiv mitzuwirken, neue Erfahrungen zu sammeln und meine Fähigkeiten weiter auszubauen