07/2026 Genau vor einem Jahr fand unsere erste Kochreise statt. Seitdem reisen wir nahezu monatlich in verschiedene Küchen der Welt. Diesmal besuchten wir Fatma, die seit sieben Jahren mit ihrem Mann und ihren drei Söhnen in Deutschland lebt.

Ihre Großeltern stammen aus Griechenland, wanderten dann in die Türkei aus, wo dann auch Fatma geboren wurde. Sie lebte zwischenzeitlich auch mehrere Jahre lang in Turkmenistan. All diese Einflüsse spiegeln sich natürlich in ihrer Kochkunst wider .

Als Fatma gefragt wurde, was sie am liebsten zukünftig beruflich in Deutschland machen würde, antwortete sie spontan „Bäckerin!“, denn sie kocht und backt leidenschaftlich gern.

Eigentlich war Fatma langjährige Berufsschullehrerin für Informatik und wollte ihren Beruf hier weiter ausüben; leider wurde dieser nicht anerkannt. Bäckerin wurde sie nicht. Nach guter Überlegung weiß sie, dass sie nun bei ihrer Ausbildung zur Erzieherin genau richtig ist.

So machten wir sechs Frauen aus Deutschland, Mexiko, dem Iran und dem Irak uns mit Messer, Schneidebrett und Nudelholz auf den Weg, um die türkische Küche von Fatma kennenzulernen.

Bereits nach wenigen Minuten des Schnippelns von Zwiebeln, Tomaten, Paprika und Knoblauch fühlte es sich an, als würden wir uns nicht erst seit Minuten, sondern schon ewig kennen. Ein lebendiges, fröhliches Geplaudere über Familiengeschichten und all unsere verschiedenen Wurzeln erfüllte die Küche.

Unter Fatmas exakten, klaren Anweisungen und ihrem strengen und gleichzeitig liebevollen Blick entstanden immer schönere, rundere Lahmaçun. Fatma nahm auch kein Blatt vor den Mund, wenn ihr nicht gefiel, was passierte. So war entweder der Teig nicht hauchdünn ausgerollt oder wir vergaßen das allererste Lahmaçun im Ofen. Oder es ging nicht flott genug.

„Çabuk, çabuk!“ „Schnell, schnell, wir sind hier in der Küche, das muss schnell gehen!“ Herrlich! Alle Köchinnen gaben ihr Bestes. Und unter ausgelassenem Gekichere und viel Freude am Lernen entstanden ruckzuck ein Berg Lahmaçun, eine Salatplatte und Ayran, ein erfrischendes Joghurtgetränk. Köstlich!

Und was sagte Fatma am Ende? „Ich hab ja nichts gemacht, das haben wir ja alle schnell zusammen gemacht!“ 1000 Dank für diesen wunderschönen Nachmittag! Guten Appetit und afiyet olsun

(Text: Ina Bewermeier)

07/26 Jeden dritten Donnerstag im Monat  treffen wir uns im Café Sonnenburg in Gütersloh von 19-21 Uhr, sitzen an Vierertischen mit Menschen aus drei anderen Kulturen zusammen (wobei eine Person Deutsch als Muttersprache hat) und unterhalten uns auf Deutsch über immer wechselnde  Themen wie z.B. “Wie hast du die Sommerferien in deiner Kindheit verbracht?”, “Was ist dein größtes Talent?”, “Was ist dein liebstes Fest?”…

07/2026 Auf einem internationalen Kulturfest nur Gäste zu sein und keinen eigenen Stand zu haben, macht auch Spaß. Wir waren zwölf Personen aus der Weltreise durch Wohnzimmer Community und haben Leita, Stella und Phocas getroffen. Wir haben uns sehr über das Wiedersehen gefreut.

06 und 07/2026 Im Sommer bietet Martin Kanufahrten auf der Ems an. Khadija sagt „Es ist das Schönste, was ich bisher in Deutschland erlebt habe.“

Khadija, Laura und Anzhela sind mit viel Spaß mit ihrer ganzen Familie gepaddelt.

1.000 Dank an Martin!

05/2026 Von unserem Verein waren 22 Personen an dem Gelingen des schönen Festes beteiligt: kochen, backen, Hütte einrichten, Gäste empfangen, von unseren Vereinsaktivitäten erzählen, Speisen verkaufen, Spenden sammeln, Kleidung leihen, Bild für die Mitmachaktion vorbereiten

122 ehrenamtliche Stunden haben wir gerne gemeinsam in das diesjährige Fest investiert. 💪🏻 1.000 Dank für eure Zeit und eure leckeren Speisen. Nach Abzug der Miete für die Hütte konnten wir unsere Vereinskasse mit diesem Fest um 180 Euro aufstocken.

Besonderheiten in unserer Hütte waren im diesen Jahr das von Gästen gemalte Bild „Vielfalt ist stark“ und unser „Kleidung aus aller Welt“-Quiz.

Vereinsmitglieder haben uns Kleidung aus Afghanistan, Belarus, China, Deutschland, Ecuador, dem Irak, dem Iran, Mexiko, Mosambik, Namibia, Pakistan, Rumänien, dem Senegal, Uganda und der Ukraine geliehen, und die Gäste haben geraten, zu welchem Land welches Kleidungsstück gehört.

Wie immer wurde viel getanzt und gelacht. Es war eine gelöste, fröhliche Stimmung.

Vielen Dank an die Stadt Rheda-Wiedenbrück, die das Fest jetzt schon zum 42sten Mal möglich gemacht hat, an unsere fleißigen Helfer und Unterstützer und natürlich an alle Gäste.

Svitlana, die zum ersten Mal unseren Verein mit backen und Speisen verkaufen unterstützt hat, schrieb Folgendes in unsere WhatsApo-Gruppe:
Zunächst möchte ich mich bei allen Organisatorinnen und Organisatoren dieses Festivals herzlich bedanken. Besonders danke ich dem Verein Weltreise durch Wohnzimmer e.V. für die Möglichkeit, direkt daran teilzunehmen.
Es war eine beeindruckende Erfahrung für mich, denn in der Ukraine gibt es keine internationalen Festivals dieser Art. Mein Mann und ich haben geholfen, wo wir konnten. Aufgrund der Sprachbarriere war es uns jedoch nicht möglich, uns überall aktiv einzubringen.
Wir haben viele neue Menschen kennengelernt und hatten auch die Gelegenheit, die Stadt ein wenig zu erkunden 🙂. Sie ist so gemütlich und wunderschön! Ich durfte sogar ein Interview geben.
Besonders beeindruckt mich Ihre Einstellung gegenüber Menschen aus anderen Ländern, Ihre Neugier und Ihr Interesse an anderen Kulturen. Es berührt mich sehr, dass diesem Thema hier eine so große Bedeutung beigemessen wird.
Vielen Dank dafür! All das vermittelt das Gefühl, in der deutschen Gesellschaft willkommen und angenommen zu sein. Sie öffnen nicht nur Türen, sondern auch Ihre Herzen. Das ist für uns alle von unschätzbarem Wert.
Nochmals herzlichen Dank für diese wunderbare Erfahrung! ❤️

 

05/2026 Die achte Weltreise durch Küchen führte uns in die turkmenische Küche nach Afghanistan zu Khadija und ihrer Familie. Khadija war auf die Anfrage, ob sie Lust hätte,  ihre Küche für unseren Verein zu öffnen, sofort begeistert.
Das sei ihr eine große Ehre, denn in den vier Jahren in Deutschland hatte sie noch nie Besuch zu Hause! Und alle Interessierten seien herzlich eingeladen! So reisten wir 12 Kochbegeisterten mit Lieblingsmesser und Schnippelbrett zu Khadija, die uns herzlichst empfing.

Sie zeigte uns, wie man Pulao, ein pikantes Reisgericht mit Hühnchen, zarten Möhren-Streifen und süßen Sultaninen, zubereitet. Sie verriet uns das Rezept ihrer Mutter.

Viel Arbeit waren die Samosas/Sambosas, kleine Teigtaschen mit Kartoffel-Spinat-Füllung, die man in Khadijas Heimatstadt Kundus überall auf den Straßen kaufen kann. Dieses Streetfood wird mit Dips angeboten. Auch wir bereiteten einen köstlichen Joghurt-Minz-Dip dazu zu, mit selbst zubereitetem Joghurt. Die Milch holt Khadija immer frisch vom Bauern.

Unsere Sambosas wurden etwas größer als gewünscht, man braucht tatsächlich etwas Übung! Aber das Essen schmeckte allen einfach nur wunderbar! Für einige Teilnehmende waren diese Aromen auf der Zunge ganz neu und ungewohnt und dabei so köstlich! Wir aßen unser Menu im Wohnzimmer auf dem Boden, so wie man es traditonell in Khadijas Familie macht.

Wir hatten viel Spaß zusammen. Es lag eine ganz herzliche und fröhliche Atmosphäre in der Luft!

Vielen, vielen Dank, liebe Khadija, für diese schöne Reise!

(Text: Ina Bewermeier)

05/2026 Von 16 Stammtisch-Teilnehmenden waren heute acht zum ersten Mal im Café Sonnenburg. Fünf davon haben Ruwaida und Anzhela durch ihren Besuch bei Deutsch im Dialog zur Teilnahme am Stammtisch inspiriert. Wie üblich saßen wir an Vierertischen und tauschten uns über Besonderheiten aus unseren Geburtsländern aus: Feste, Getränke, Speisen, Landschaften, Spiele …

05/2026 Mein Name ist Ruwaida. Ich komme aus Syrien und lebe seit 11 Jahren in Deutschland. Beruflich habe ich im Bereich Musikpädagogik gearbeitet und mich kontinuierlich weiterqualifiziert. Zuletzt habe ich erfolgreich den B2-Berufssprachkurs abgeschlossen.
Um meine praktischen Erfahrungen in Deutschland zu vertiefen und meine beruflichen Perspektiven gezielt weiterzuentwickeln, habe ich mich für ein dreimonatiges Praktikum beim Verein „Weltreise durch Wohnzimmer“ entschieden.

Ich erwarte von diesem Praktikum, meine interkulturellen Kompetenzen weiter auszubauen und fundierte Einblicke in die Organisation sowie Durchführung kultureller Projekte zu gewinnen.

Dabei ist es mir besonders wichtig, meine Kommunikationsfähigkeiten zu stärken und Sicherheit im Austausch mit Menschen unterschiedlicher Herkunft zu entwickeln.

Im Rahmen meines Praktikums werde ich das Team bei der Planung und Umsetzung von Veranstaltungen wie dem internationalen Kulturfest und interkulturellen Stammtischen unterstützen. Darüber hinaus verfasse ich redaktionelle Beiträge mit Ausflugstipps zu Parks in Bielefeld, Gütersloh, Rheda-Wiedenbrück, Oelde und Rietberg für die Website der Community. Ich freue mich darauf, aktiv mitzuwirken, neue Erfahrungen zu sammeln und meine Fähigkeiten weiter auszubauen

04/2026 Ich heiße Anzhela, komme aus Belarus und lebe seit zwei Jahren in Deutschland. Von Beruf bin ich Volkswirtin und habe gerade den B2 Berufssprachkurs in Bielefeld abgeschlossen.

Während ich auf meine Prüfungsergebnisse warte, habe ich das Angebot, ein dreimonatiges Praktikum beim Verein Weltreise durch Wohnzimmer zu absolvieren, gerne angenommen.

Ich erwarte, dass mir das Praktikum hilft, praktische Erfahrungen in einem multikulturellen Umfeld zu sammeln und ein besseres Verständnis für verschiedene Kulturen zu entwickeln.

Außerdem möchte ich meine Kommunikationsfähigkeit stärken und lernen, mit Menschen aus unterschiedlichen Ländern eine gemeinsame Sprache zu finden.

Als Praktikantin werde ich bei der Organisation des internationalen Kulturfests und der interkulturellen Stammtische unterstützen und außerdem kurze Berichte mit Ausflugstipps zu Parks in Bielefeld, Gütersloh, Rheda-Wiedenbrück, Oelde und Rietberg für die Homepage der Weltreise Community schreiben.

Ich bin auf die Zusammenarbeit und die neuen Aufgaben sehr gespannt.

04/2026 Unser Verein möchte in den nächsten drei Jahren (2027, 2028 und 2029) ein ganz besonderes Projekt im Rahmen „Gesellschaftlicher Zusammenhalt. Vor Ort. Vernetzt. Verbunden.“ durchführen. Um zu lernen, wie wir klar formulieren können, warum unser Projekt die Lebensqualität von Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte in Rheda-Wiedenbrück erhöht und welche positive kurz- und langfristige Wirkung das Projekt hat, haben wir uns für die Projektschmiede in Bamberg beworben und einen der heiß begehrten elf Plätze bekommen.

Vier Tage haben Bastian und Carlotta (auf dem Foto) uns sicher und mit Leichtigkeit durch den Antragsdschungel geführt. Herzlichen Dank dafür!

Drückt uns die Daumen, dass Ende des Jahres die Bewilligung unserer Projektidee in unseren Briefkasten flattert und wir durchstarten können. Speziell Mütter und Töchter sind die Zielgruppe unseres Projektes.

Wir freuen uns schon jetzt, mit euch etwas Großartiges auf die Beine zu stellen.

  1. 04/2026 Unsere siebte Weltreise durch Küchen führte uns zu Marlene. Sie kommt aus Salvador im Bundesstaat Bahia im Nordosten Brasiliens. Bahia ist bekannt für seine afro-brasilianische Kultur.

In Marlenes Küche staunten wir nicht schlecht, denn die selbständige Immobilienmaklerin und Mutter zweier erwachsener Kinder kocht nicht nur für ihre kleine Familie, sondern liebt es, große Gartenpartys mit vielen Gästen zu veranstalten und daher besitzt sie viele große Schüsseln und Töpfe in ihrer Küche. Sie bereitete mit uns ihre Lieblingsspeisen aus ihrer Heimat zu, Okraschoten, ein Garnelengericht, Reis und Augenbohnen. Die Zubereitung dieser traditionellen Speisen hat sie von ihrer Mutter erlernt. Der Vater spielte in der Küche eher keine große Rolle, er war eher für das Feuermachen im Ofen zuständig, schmunzelte sie.

Okraschoten dürfen in keinem brasilianischen Kühlschrank fehlen. In Bahia werden sie in jedem Garten angebaut. Die wenigsten von uns hatten sie so frisch zubereitet je vorher gegessen, kulinarisches Neuland für uns! Martin probierte die Okaschoten roh und meinte, sie schmecken ein bisschen wie Gurken. Man sollte sie aber wenigstens kurz andünsten. Wir lernten das Okraschoten-Schmorgericht Caruru kennen, das mindestens eine Stunde lang gart und permanent gerührt werden muss.

Das Augenbohnen-Gericht Feijão fradinho wird in der afro-brasilianischen Kultur oft gegessen. Jeder Haushalt besitzt für das Kochen der Bohnen einen Schnellkochtopf. Marlene stammt aus einer Familie mit sechs Kindern und dort musste es immer flott gehen. Bohnen isst man in Brasilien entweder mit Fisch oder mit Fleisch, dazu gibt es immer Reis.

Da Marlene von der Küste stammt, liebt sie Fisch und Garnelen. Wir haben eine Woche nach Ostern ein traditionelles Oster-Essen gekocht: Muqueca de camarão, ein Gericht mit Garnelen in einer köstlichen Soße aus Kokosmilch.

Zum Abschluss eines schönen Nachmittages überraschte uns Marlene mit einem brasilianischen Pudding in Karamellsoße…hmmm, so lecker!

Elf Kochbegeisterte danken Marlene von Herzen dafür, dass wir in ihre Töpfe schauen durften und für ihre große Gastfreundschaft!

Autorin: Ina Bewermeier

03/2026 Lange wollte Yordanos schon gerne ihr Wohnzimmer öffnen, aber es erschien ihr zu klein. Deshalb hat sie erst eine neue Wohnung gesucht und gefunden, um dann heute ihr neues großes Wohnzimmer für uns zu öffnen.

Yordanos hat von ihrer Kindheit und Schulzeit in Eritrea erzählt und uns die traditionelle Kaffeezeremonie gezeigt.

Bei der Kaffeezeremonie werden zuerst die Kaffeebohnen geröstet, dann den Gästen die frisch gerösteten Bohnen gezeigt (der Geruch ist sehr angenehm), die gerösteten Bohnen gemahlen und zum Schluss wird das Kaffeepulver mit heißem Wasser aufgefüllt. Der Kaffee wird in Espressotassen serviert. Zu einer Kaffeezeremonie gehören drei Runden Kaffee.

Zum Kaffee hat Yordanos selbst gebackenes Hefebrot serviert.

Wir durften noch eine weitere eritreische Spezialtät probieren: Injera
Injera ist ein besonderes Fladenbrot, das mit unterschiedlichen Soßen mit der Hand gegessen wird. Yordanos hat es mit einer Spinat-, einer Erbs- und einer Linsensoße serviert. Sehr lecker.

Liebe Yordanos, herzlichen Dank für deine Gastfreundschaft. Wir haben deine Freundlichkeit genossen und bewundern deine Stärke.

1000 Dank!