Von Anfang Mai bis Ende August haben 20 Frauen aus Afghanistan, Burkina Faso, Guinea, Indien, dem Irak, dem Iran, Lettland, Nigeria, Polen, Syrien und Vietnam die Weltfrieden Matrix kennengelernt, Interviews auf Deutsch und in ihrer Muttersprache durchgeführt und sich samstags per Zoom getroffen, um ihre Ergebnisse zu präsentieren und ihr mündliches Sprachvermögen zu verbessern.

Insgesamt haben bisher 221 Menschen aus 40 Ländern die 7 Fragen der Weltfrieden Matrix beantwortet.

Drei der Teilnehmerinnen des viermonatigen Programms trauen sich zu, auch die nächste Stufe der Weltfrieden Matrix aktiv zu gestalten:

Sie helfen, die 7 Fragen per Zoom Schüler*innen und Lehrer*innen auf Deutsch, Französich, Arabisch und Persisch zu stellen.

Die nächsten vier Termine für zweistündige Beantwortungen der Weltfrieden Matrix-Fragen auf Deutsch, Englisch, Französisch und Spanisch stehen schon fest.

Alle Interessierten, können sich schon jetzt anmelden.

20 Teilnehmer*innen sind die maximale Gruppengröße für die Zoom-Gespräche, damit alle Teilnehmer*innen Zeit haben, alle 7 Fragen zu beantworten.

Vielleicht haben auch Schüler*innen von Partnerschulen im Ausland Lust und Zeit in ihrer Muttersprache oder einer Fremdsprache an den Gesprächen teilzunehmen.

Einmal monatlich können wir uns darüber austauschen, wie wir aktiv Frieden in uns selber, in unserer Partnerschaft, unserer Familie, unserem Freundeskreis, unserer Nachbarschaft, unserem beruflichen Umfeld und darüber hinaus schaffen.

 

Die Termine sind  unter „Weltreise-Kalender“ zu sehen.

 

Es gibt neuerdings auch einen Instagram-Kanal dazu: worldpeacematrix

 

 

 

 

Die Teilnahme von 87 Personen an den Zoom-Meetings anlässlich der Europawoche im Mai, ermuntert uns, das Angebot zum Tag der offenen Gesellschaft zu wiederholen, unsere sieben Fragen zum Frieden auf Deutsch oder Englisch zu beantworten:

1. Wie schaffst du Frieden in dir?
2. Wie schaffst du Frieden in deiner Partnerschaft?
3. Wie schaffst du Frieden in deiner Familie?
4. Wie schaffst du Frieden mit deinen Freunden?
5. Wie schaffst du Frieden mit deinen Nachbarn?
6. Wie schaffst du Frieden in deinem Beruf?
7. Wie schaffst du Frieden darüber hinaus?

Aus den über 500 Weltreisen durch Wohnzimmer haben wir erkannt, dass Frieden, Gesundheit und Bildung besonders wichtige Themen im Leben der Reiseleiterinnen und Reiseleiter sind.

Aus dieser Erkenntnis entwickeln wir mit Hilfe der sieben Fragen eine Weltfrieden Matrix.

192 Personen aus 29 Ländern haben schon darauf geantwortet und inzwischen gibt es ein Team von 20 Damen aus 10 Ländern, die sich um die Verbreitung der Fragen in Ihren Herkunftsländern kümmern.

Am 19.6. sprechen wir von 11 bis 13 Uhr auf Deutsch per Zoom und von 15 bis 17 Uhr auf Englisch.

Wer hat Lust, mitzumachen?

 

 

The participation of 87 people in the zoom meetings on the occasion of the European week in May encourages us to repeat the offer for the Open Society Day to answer our seven questions about peace in German or English:

 

  1. How do you create peace within yourself?
  2. How do you create peace in your partnership?
  3. How do you create peace in your family?
  4. How do you make peace with your friends?
  5. How do you make peace with your neighbors?
  6. How do you create peace in your job?
  7. How do you create peace beyond that?

 

From more than 500 trips around the world through living rooms, we have recognized that peace, health and education are particularly important issues in the life of tour guides.

 

From this knowledge we develop a world peace matrix with the help of the seven questions.

 

192 people from 29 countries have already replied and there is now a team of 20 women from 10 countries who take care of the dissemination of the questions in their countries of origin.

 

On June 19 we speak from 11 a.m. to 1 p.m. in German via zoom and from 3 p.m. to 5 p.m. in English.

 

Who would like to take part?

Zu einer außergewöhnliche Reise in das Land der aufgehenden Sonne haben uns Hiroko und die vhs Herford eingeladen. Außergewöhnlich in vielerlei Hinsicht: weil die Einkaufsliste besonders lang war, weil das Geschmackserlebnis extrem lecker und teilweise ungewöhnlich war und weil unsere Reise drei anstatt zwei Stunden dauerte, denn wir hatten nach zwei Stunden „nur“ die 6 Speisen zubereitet und Hiroko noch gar nicht kennengelernt.

Ich wünsche mir eine zweite Reise mit Hiroko, denn ich habe den Eindruck, dass es noch viel zu erzählen gibt.

Hiroko wohnt in Bielefeld, ist Mikrobiologin und unterrichtet Japanisch und japanisches Kochen.

Gefühlt haben wir alle unsere Küchenutensilien für diese Reise benutzt und unsere Speisen gefroren, geknetet, gebacken, geschält, geschnitten, gekocht, gebraten und gerührt.

Ich selber bin eine mittelmäßige Köchin – es ist nach oben und nach unten Luft 😉  und hatte nach der Reise das Gefühl, dass ich ein paar Stufen in Richtung Kocholymp mit Hirokos Hilfe geklettert bin. Das hatte ich beim Buchen der Reise so nicht erwartet.

Los ging unsere „japanische Kochreise“ mit einem Matcha-Eis. Matcha stand auf der Einkaufsliste, aber in welchem Bereich des Supermarktes sucht man Matcha, wenn man keine Ahnung hat, was Matcha ist? Hiroko könnte über so viel Unwissenheit lachen, macht sie aber nicht, denn sie ist jederzeit freundlich und wohlwollend.

Als Kochdozentin hat Hiroko natürlich den Überblick, mit welcher Speise man beginnen muss, damit man letztendlich alles zur passenden Zeit fertig hat.

Die zweite Speise: Matcha-Weißeschokolade-Scones

Die dritte Speise: Japanischer Kartoffelsalat

Üblicherweise wird bei den digitalen Weltreisen durch Wohnzimmer gemeinsam ein Alltagsgericht aus dem Heimatland gekocht, aber Hiroko hat sich aus dem Rezeptfundus einer Freundin bedienen dürfen, die früher ein japanisches Restaurant betrieben hat. Das ist der Grund, warum wir in den Genuss von japanischer Gourmetküche kamen.

Die vierte Speise: Sojabutter Kartoffeln

Die fünfte Speise: Brokkoli Avocado Salat

Beim Lesen der Einkaufsliste hätte ich eigentlich schon ahnen können, dass eine dritte und vierte Hand bei dieser Reise eine große Hilfe in der Küche gewesen wäre. 😉

Die sechste Speise: Hühner Teriyaki

Und dann wäre da noch ein Salat mit japanischer Soße als siebte Speise gewesen, den wir uns aber für später aufbewahrt haben.

Nach dem zweistündigen Kochfeuerwerk wollten wir noch ein bisschen von Hirioko und ihrem Leben in Japan hören.

Während wir aßen, hat sie uns Fotos aus ihrem Leben gezeigt, Erläuterungen gegeben und dabei Fragen beantwortet.

Wir haben Hirokos musikalischen Werdegang vom Kastagnetten-Spiel im Kindergarten, über Trompete in der Schule und Keyboard in der Uni zum jetzigen Geigespiel in Deutschland mitverfolgen dürfen.

Ein paar Hochzeitsfotos haben wir auch gesehen.

Und wer weiß, vielleicht gibt es ja noch eine Fortsetzung dieser Reise. Ich wäre dabei.

Vielen Dank Hiroko!

 

 

Anlässlich der diesjährigen Europawoche sprechen wir am 4. und 6.5.2021 mit jeweils maximal 20 Menschen aus den Partnerstädten des Kreises Gütersloh über ihren Beitrag zum Frieden. Es geht dabei um persönliche Antworten auf diese sieben Fragen:

  1. Was ist Ihr Anteil an Ihrem persönlichen Frieden?
  2. Was tragen Sie zu Frieden in Ihrer Partnerschaft bei?
  3. Was tragen Sie zu Frieden in Ihrer Familie bei?
  4. Was tragen Sie zu Frieden in Ihrem Freundeskreis bei?
  5. Was tragen Sie zu Frieden in Ihrem Wohnumfeld bei?
  6. Was tragen Sie zu Frieden an Ihrem Arbeitsplatz bei?
  7. Was tragen Sie zu Frieden darüber hinaus bei?

Die Antworten dazu sammeln wir in der Weltfrieden Matrix, die auf 73 Sprachen übersetzt wird und für die Menschen in aller Welt als Inspirationsquelle abrufbar sein wird – mit der Möglichkeit, die Matrix in ihrer Muttersprache weiter zu ergänzen.

Die Übersetzung beginnt, sobald wir 100 Friedensgespräche geführt haben. Im Augenblick sind es 38.

Am 4.5.2021 von 17-19 Uhr findet das Friedensgespräch auf Deutsch (per Zoom) statt.

Am 6.5.2021 von 17-19 Uhr findet das Friedensgespräch auf Englisch (per Zoom) statt.

Maximal jeweils 20 Teilnehmer und Teilnehmerinnen.

Anmeldungen unter: anmeldung@weltreisedurch.de

3/2021 Drei Reiseleiterinnen aus Spanien, Kroatien und Wales haben innerhalb von acht Tagen ihre Wohnzimmer (digital) und Herzen geöffnet und ihre Liebe zu ihrem Heimatland mit 10 bis 14 Reisenden geteilt. Die Spanienreise hat die vhs Biberach veranstaltet, nach Kroatien ging es von der vhs Gerlingen aus und nach Wales sind wir von der vhs Göttingen Osterode aus gestartet.

Lorena aus Spanien hat uns Familienfotos gezeigt, Fotos von der Landschaft ihrer spanischen Heimat und gemeinsam haben wir eine Tortilla in der Pfanne zubereitet. Die war sehr lecker, einfach herzustellen, mit wenig Zutaten und ist ein traditionelles spanisches Alltagsgericht – perfekt für die Weltreise durch Wohnzimmer.

Durch Kroatien wurden wir von einem super Mutter-Tochter-Team geleitet und haben Lust auf eine echte Reise nach Kroatien bekommen. Wir haben ein paar konkrete Reisetipps erhalten, gemeinsam einen Sardinen-Thunfischaufstrich zubereitet und ihn dann zusammen auf Brot verspeist. Sehr lecker.

In Wales war es auch toll. Natalia hat 10 Jahre mit ihrer Familie in Wales gelebt. Eigentlich kommt Natalia aus Russland und ihr Mann aus Deutschland, aber ihre Familienheimat ist Wales geworden, denn dort hatte noch keiner einen „Heimvorteil“. Alle sind bei Null gestartet. Vater, Mutter und der damals dreijährige Sohn haben bewusst „das Abenteuer Wales“ gewählt und sich komplett auf Land und Leute eingelassen. Die Tochter der Familie wurde in Wales geboren. Bei unserer Wales Reise haben wir ein bisschen walisisch gelernt und viel über die walisische Geschichte und Kultur erfahren. Gekocht haben wir bei dieser Reise nichts, aber das walisische Früchtebrot wurde uns am Bildschirm gezeigt – das war ein bisschen gemein 😉 Es soll einfach zuzubereiten sein und heißt Bara Brith. Ich werde es einmal ausprobieren.

Die Länder und unserer Reiseleiterinnen waren sehr unterschiedlich, aber eins haben sie gemeinsam: ein großes Herz.

Vielen Dank für die Gastfreundschaft!

 

 

 

Die Stockmeier Gruppe hatte 2020 ihren 100sten Geburtstag und wollte groß feiern. Dann kam Corona und eine neue Idee:

Anstatt der Feier spendet die Stockmeier Gruppe an 100 Vereine, die rund um den Firmen-Stammsitz in Bielefeld ansässig und tätig sind, je 1.000 Euro.

 

Die Auswahl der Begünstigten sollte in der Hand der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen liegen. Jede und jeder durfte eine Organisation vorschlagen, die begünstigt werden sollte.

Wir haben das Glück, dass unser Vereinsmitglied Barbara uns (den gemeinnützigen Verein Weltreise durch Wohnzimmer e.V.) vorgeschlagen hat und in der vergangenen Woche wurde die Entscheidung mitgeteilt, wer die Glücklichen sind!

Ja, wir freuen uns riesig über die 1.000 Euro und werden im Laufe des Jahres entscheiden, wie wir sie besonders effektiv einsetzen können.

Die Weltreise durch Wohnzimmer gibt es in diesem Jahr 10 Jahre. Wir können uns vorstellen, zu diesem Anlass die Spende zu verwenden.

Wir sind soooo dankbar.

 

Herzlichen Dank Herrn Stockmeier und allen Beteiligten für diese großzügige Spende und für die tolle Idee, das Jubiläumsfeiergeld so in die Gesellschaft fließen zu lassen.

Herzlichen Dank an Barbara – durch dich kommen wir in den Genuss dieses finanziellen Geschenkes und der damit verbundenen Aufmerksamkeit in den sozialen Medien.

Dadurch lernen noch mehr Menschen unsere Friedensarbeit durch die kulturübergreifenden Begegnungen kennen und werden vielleicht auch Fan.

Das ist mega!

Wir bauen 2021 die Möglichkeit aus, uns über räumliche Grenzen hinwegzusetzen und Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen kennenzulernen. Manche leben in Deutschland und manche im Ausland. Wir verbringen mit ihnen zwei Stunden Zeit und lernen dabei die Reiseleiter und Reiseleiterinnen näher kennen und ganz nebenbei kochen wir eine kleine landestypische Köstlichkeit oder steigen tiefer in ein typisches Fest ein oder lernen eine Mal- oder Basteltechnik kennen, hören eine Leseprobe aus einem selbstgeschriebenen Text oder oder oder. Möglichkeiten gibt es so viele wie Unterschiede von Menschen.

2020 konnten wir per Zoom schon zu 29 Menschen aus 13 Ländern reisen. Das wollen wir gerne 2021 mindestens verdoppeln. Unser Ziel ist es, Menschen aus allen (193) Ländern dieser Welt kennenzulernen.

Wir freuen uns über jeden Tipp, wo wir diese Menschen finden. 🙂

Bisher haben die Weltreisen auf Deutsch und auf Englich stattgefunden, aber wir sind für andere Sprachen auch offen.

per Mail:  info@weltreisedurch.de oder per Anruf: 01713893241

Wie Konfuzius schon sagte, ist es besser, ein Licht anzuzünden, als auf die Dunkelheit zu schimpfen und genauso verhalten wir uns mit den digitalen Weltreisen durch Wohnzimmer. Gemeinsam Plätzchen backen und weihnachtliche Geschichten hören, fühlt sich hell, warm und gesellig an. Gerade in diesen schwierigen Zeiten vermitteln diese Treffen in großen Gruppen aus verschiedensten Haushalten ohne Masken selbst in Quarantäne ein Gefühl von Freiheit und Normalität.

Gestern hat uns Manesa die Geschichte von dem Mädchen, das einen Brief an den Weihnachtsmann schreibt, vorgelesen. Manesa ist 2015 aus Syrien nach Deutschland gekommen und geht jetzt in die Grundschule in Rietberg. Im Augenblick ist Manesa in Quarantäne, weil in ihrer Bastel-AG ein Kind an Corona erkrankt ist. Für Manesa und ihre Mutter Marwa war die kleine weihnachtliche Auszeit eine willkommene Abwechslung in Zeiten, wo man das Haus nicht verlassen darf.

Außerdem haben wir gemeinsam die Geschichte „Wie St. Nikolaus einen Gehilfen fand“ gehört und das Leben des Kindergartenkindes Lilli ein bisschen in der Vorweihnachtszeit verfolgt: von dem Abschneiden eines Barbarazweiges, dem Nikolausstiefel, dem Basteln eines Wichtels, dem Karusselfahren auf dem Weihnachtsmarkt bis hin zum Plätzchenbacken.

Apropos Plätzchenbacken, unsere Pläzchenbackreisegruppe bestand gestern aus neun Personen aus Starnberg bei München, dem Odenwald, Gütersloh, Rheda-Wiedenbrück, Rietberg und Selfkant an dem westlichsten Zipfel Deutschlands, direkt an der holländischen Grenze. Fünf der Reisenden sind außerhalb Deutschland aufgewachsen: in den USA, in Syrien, dem Irak und Afghanistan.

Gemeinsam haben wir den Teig zubereitet:

200 g Mehl mit

1 TL Backpulver vermischen und eine Kuhle ins Mehl drücken.

100 g Zucker

1 Päckchen Vannilinzucker

und 1 Ei in die Kuhle geben.

100 g kalte Butter in kleinen Stückchen auf dem Mehlrand verteilen.

Alles mit dem Knethaken kneten und dann noch ein bisschen mit den Händen nachhelfen.

Den Teigkloß mindestens eine halbe Stunde im Kühlschrank kaltstellen.

Mehl auf den Tisch streuen, den Teigkloß mit einer Teigrolle ca. 1/2 cm dick ausrollen und mit Plätzchenausstechern Sterne, Herzen, Tannenbäume … ausstechen.

Auf einem mit Backpapier belegten Blech auf der zweiten Schiene von oben für 10 Minuten bei 180 Grad backen.

Während des Backens

1/2 Blockschokolade in eine große Tasse geben und die Tasse in einen kleinen Kochtopf mit Wasser setzen. (Es darf kein Wasser in die Tasse gelangen). Das Wasser erhitzen, damit die Schokolade in der Tasse schmilzt.

Wenn die Plätzchen anfangen, am Rand ganz bisschen braun zu werden, die Plätzchen aus dem Ofen nehmen und mit der geschmolzenen Schokolade dekorieren.

Danach haben wir gemeinsam die Plätzchen probiert.

Vielleicht sehen wir uns an einem der beiden nächsten Samstage wieder; dann backen wir andere Plätzchen und hören andere weihnachtliche Geschichten.

Das wäre toll.

Wer mitmachen möchte, sendet eine Mail an anmeldung@weltreisedurch.de und bekommt die Zutatenliste und den Zoom-Code von mir zugesendet.

Weiterhin eine schöne Vorweihnachtszeit wünscht

Catrin Geldmacher

Gemeinsam mit der Freiwilligenagentur Magdeburg bieten wir acht Weltreisen durch Wohnzimmer in der Adventszeit an. Es geht immer um Weihnachtsbräuche und traditionelle Speisen. Fünfmal geht es nach Deutschland, einmal nach Norwegen, einmal in die USA und einmal nach Indien und Großbritannien.

Am 28.11.2020 war die Auftaktveranstaltung: Es wurden gemeinsam Kokosmakronen gebacken, weihnachtliche Geschichten gelesen, weihnachtliche Bilder angeschaut und traditionelle deutsche Weihnachtsdeko bestaunt. Die Reisenden haben uns per Zoom an ihrer Weihnachtsdeko teilhaben lassen. Neben Deutschland, waren Afghanistan, Mexiko und der Iran bei der „Kokosmakronenreise“ vertreten.

Hier kommt das Rezept für alle, die die erste Reise verpasst haben:

4 Eiweiß steif schlagen

250 g Zucker reinrieseln lassen und mit dem Eiweiß steif schlagen

300 g Kokosflocken und den Saft einer Zitrone mit dem Schneebesen mit der Eimasse vermischen

die Masse auf ca. 40 Backoblaten verteilen

ca. 30 Minuten auf 160 Grad (Ober- und Unterhitze) im Ofen backen

Unter Weltreisen-Kalender finden Sie die weiteren Reisemöglichkeiten.

Gemeinsam die Vorweihnachtszeit mit Menschen aus aller Welt genießen geht mit Zoom ganz unkompliziert.

 

Nathalie aus Périgueux backt mit uns digital eine Tarte Tatin (Kuchen auf dem Kopf) und erzählt den acht Reisenden aus vier Ländern nebenbei Geschichten aus ihrem Leben, die sie mit Fotos illustriert. Nathalie als Kind in Schuluniform, bei ihrer Hochzeit (mit Bürgermeister), typische Gebäude ihrer Herkunftsregion und französisches Gebäck.

Außerdem hat uns Nathalie von ihren Großeltern väterlicherseits erzählt, die unter dem Regime Francos Spanien verlassen haben und nach Algerien geflüchtet sind, wo sie im Zuge des Algerienkrieges (1954-1962) nach Frankreich vertrieben wurden und dort aber nicht gerne gesehen waren. Uns Reisenden wurde einmal mehr klar, dass sich die Geschichte immer wiederholt. Streben nach Unabhänigkeit ist so gut wie immer mit Flucht und Vertreibung verbunden – mit dem Gefühl, im neuen Land nicht willkommen zu sein und der Sehnsucht, entweder einfach dazuzugehören oder die Zeit zurückzudrehen und in Frieden zu leben.

Im Bewusstsein dieser Familiengeschichte arbeitet Nathalie in den letzten Jahren als Coach im Bereich Mitarbeiterentwicklung im interkulturellen Bereich. In Frankreich hatte sie Germanistik studiert und in Deutschland Berufspädagogik und Französisch als Fremdsprache. Nathalie arbeitet auch als Übersetzerin, Dolmetscherin und Dozentin für Französisch als Fremdsprache.

Während dieser zwei Stunden Weltreise durch Wohnzimmer haben wir Nathalies zugewandte Art und ihre interessante Erzählweise sehr genossen.

Apropos genießen, die Tarte Tatin war leicht zuzubereiten und ein großer Genuss:

Wir haben zwei Zwiebeln in Scheiben geschnitten, in Butter mit Thymianzweigen gedünstet und in eine Tarteform gefüllt. Aus Butter und Mehl haben wir einen Teig geknetet und etwas größer als die Tarteform ausgerollt. Die Zwiebeln haben wir mit dem Teig bedeckt und 30 Minuten im Ofen gebacken. Nach der halben Stunde im Ofen haben wir die Tarte auf einen großen flachen Teller gestürzt und dann mit der Zwiebelseite diesmal nach oben wieder in die Form gleiten lassen. Jetzt haben wir sie mit Ziegenkäse-Scheiben bedeckt und ein paar Minuten im Ofen gegrillt.

Gemeinsam haben wir diese französische Köstlichkeit dann an unseren Bildschirmen gegessen und uns darüber gefreut, ein neues Gericht in unsere Alltagsküche übernehmen zu können.

Für alle, die sich mehr in das Miteinander unterschiedlicher Kulturen vertiefen möchten, hat Nathalie ein paar Tipps:

Buch: „Papa, was ist ein Fremder?“ von Tahar Ben Jelloun

https://www.swp.de/unterhaltung/kultur/abbas-khider_-_ich-bewundere-diese-sprache_-30045002.html (Interview Abbas Khider: Bewunderung für die deutsche Sprache/ Südwest Presse Online)

https://www.goethe.de/de/kul/lit/20437059.html (Deutsch ist meine neue Zunge von Abbas Khider)

Hier ein etwas älterer Artikel, aber inhaltlich immer noch sehr aktuell:

Liebe Nathalie, 1000 Dank für deine Offenheit, deine Denkanstöße und deine Gastfreundschaft!

Jede Weltreise durch Wohnzimmer ist einzigartig und nie weiß man vorher, was Gutes passieren wird. Im Rahmen der Woche des bürgeschaftlichen Engagements waren wir bei Nick B. Ponter, dem englischen Buchautor zu Gast, der uns von seinem bewegten Leben erzählt hat.

Angefangen hat sein Leben in Ascot (vielen vom Pferderennen bekannt) in der Nähe von Windsor (Windsor Castle ist auch nicht unbekannt), wo er die ersten 16 Jahre seines Lebens aufgewachsen ist. Ab da war es ihm irgendwie ein bisschen eng daheim und er wollte mehr von der Welt sehen.

Beruflich begann Nick als Tischler, später war er für sechs Jahre englischer Diplomat in Pakistan und Bangladesch. Letztendlich ist er in Deutschland gelandet und gibt hier schon seit mehr als zehn Jahren Englisch für Berufstätige in Firmen, deren Personal teilweise im Ausland tätig ist und dafür Business-Englisch benötigt. Privatpersonen, die Englisch lernen möchten, sei es für Freizeit oder Beruf, sind natürlich auch bei Nick an der richtigen Stelle. Nicks Kurse finden vor Ort in den Firmen statt und sind außerdem auch online möglich.

Nicks Woche könnte gut und gerne 9 anstatt 7 Tagen haben, obwohl sein Tag für ihn schon um 4.30 Uhr beginnt. Von seiner Lebensenergie musste er uns nichts erzählen, die war während der mehr als 2 Stunden immer klar zu spüren. 15 Fotos hat Nick uns gezeigt, die er immer als Aufhänger genutzt hat, um von einigen Highlights in seinen Leben zu berichten.

12 Reisende im Alter von 18 bis 86 sind mit Nick auf digitale Weltreise durch Wohnzimmer gegangen und haben unter Nicks Anweisungen auch noch ein Hähnchen-Tomaten-Curry gekocht. Das Gericht erinnert ihn immer an seinen Lebensabschnitt in Asien und hat allen Mitreisenden ausgezeichnet gemundet.

Bei den digitalen Reisen ist es egal, ob man in der Nachbarschaft des Reiseleiters wohnt oder weit weg (Sogar manchmal in einem anderen Land – das ist für mich immer wieder aufs Neue faszinierend.). Durch die Zoom-Konferenzschaltung wirkt es so, als würden wir alle an einem Tisch sitzen. Besonders immer zum Schluss, wenn wir gemeinsam das zubereitete Gericht essen.

Eine besondere Entwicklung hat diese Englandreise für Fatema genommen. Fatema wollte an der Unterhaltung mit Nick teilnehmen, hatte aber durch persönliche Umstände keine Möglichkeit, mitzukochen. Als sich die Reisenden bei Nick zu Reisebeginn vorstellten, wurde plötzlich klar, dass Fatema und Katja in der gleichen Stadt wohnen und sogar nur ein paar Häuser voneinender entfernt. Somit hat Katja kurzerhand zu sich eingeladen und Fatema wusste gar nicht wie ihr geschah. Da wurde für Katja und Fatema aus einer digitalen Reise ganz plötzlich eine analoge. 🙂

Man weiß morgens nicht, was der Tag einem so Gutes bringt.

Ach ja, und wer Nicks englischen Fantasyroman „Connor Jackson an the Memory Thieves“ lesen oder als Hörbuch genießen möchte, der sollte nicht länger zögern.

Lieber Nick, vielen Dank für deine Zeit und deine Geschichten. Es war großartig mit dir.

 

„Warum gibt es nie Reisen in deutsche Wohnzimmer?“ wurde ich schon öfter gefragt. Nur, weil man in Deutschland lebt, hat man noch lange keine Einladungen zu Deutschen. Diese Frage habe ich gern zum Anlass genommen, zu mir einzuladen (per Zoom – coraonabedingt). Seit dem Entschluss, selber Reiseleiterin zu sein, kann ich mich noch besser in die Situation einer Weltreise durch Wohnzimmer-Reiseleiterin einfühlen.

Als erstes wird ein Reisetermin festgelegt und dann überlegt, was ich mit meinen Gästen kochen könnte. Was würde ihnen wohl schmecken? Was ist typisch deutsch? Habe ich ein traditionelles Familienrezept? Ich habe mich für unser Familienrezept „Mandarinenquartorte“ entschieden. Werden die zwei Stunden reichen, um die Torte zu backen und dann gemeinsam zu essen und nebenbei auch noch genug aus meinem Leben zu erzählen? Sicherheitshalber habe ich mit der Stoppuhr Probe gebacken. Ich habe 20 Minuten für den Boden gebraucht, 20 Minuten fürs Herstellen der Füllung und 9 Minuten fürs Füllen und Dekorieren der Torte = 49 Minuten. Dann habe ich noch mehr als eine Stunde zum Erzählen. Das müsste passen.

Als nächstes habe ich Fotos aus meinem Leben herausgesucht. Fotos von Familienfesten. Meine Taufe, Konfirmation und Hochzeit. Ostern, Weihnachten. Erster Schultag, Urlaub, Hobbies, Kinderkarneval, Kindergeburtstag. Es war ein komisches Gefühl, mein ganzes Leben Revue passieren zu lassen und immer zu überlegen „Wird es die Reisenden wohl interessieren?“.

Außerdem habe ich ein paar Fotos von Hameln, meiner Geburtsstadt herausgesucht um den Reisenden die Rattenfängersage zu erzählen. So viel Zeit muss sein. 🙂

14 Reisende haben sich dann per Zoom dazugeschaltet. Die Reisegruppe kam aus dem Irak, dem Iran, der Türkei, Afgahanistan, Nigeria, Burkina Faso, Guinea, Eritrea, El Salvador, China, Deutschland und England. Neun davon haben mitgebacken. Die anderen hatten entweder keinen Ofen, keinen Mixer oder eine Allergie. Sie haben sich dann nur die Fotos angeschaut und den Erzählungen gelauscht.

Zum Schluss haben wir dann den Kuchen gemeinsam gegessen und ich war ganz gespannt, ob es allen schmeckt.

Besonders hat mich gefreut, dass Zhi aus China sehr glücklich und stolz war, dass sie mit uns ihre erste deutsche Torte gebacken hat, die gelungen ist.

Ich freue mich, dass ich jetzt nicht nur die Erfinderin der Weltreise durch Wohnzimmer bin, sondern nun auch zum Kreis der Reiseleiter und Reiseleiterinnen gehöre. 🙂

Vielen Dank an alle, die sich für mich und mein Leben interessiert haben.

Catrin