1. 08/2026 Nair war selbst schon zu Gast auf zwei Weltreisen durch Küchen und für sie stand schnell fest, dass sie selbst auch mal eine Kochreise anbieten möchte. Sie wusste auch bereits ganz genau, dass sie viele Reisende einladen und mit ihnen im Sommer im Garten unter ihrem Kirschbaum, wie mit einer großen Familie an einer langen Tafel, brasilianisch essen wollen würde. Ein klares Bild vor Augen ist so wunderbar!

Genauso schnell war auch das Menü geplant: ein ganz typisches traditionelles Familienessen und dazu verschiedene, süße Desserts, die man auch zu ganz besonderen Anlässen in Brasilien anbietet: Mandioca (Pommes aus der Maniokwurzel), Vinagrete (Salat), Arroz (Reis), Feijoada (ein Bohnengericht), Farofa (Streusel aus Maniokmehl), Bolo de Fubá (ein Kokos-Maismehl-Kuchen), Brigadeiros (Rumkugeln ohne Rum) und Cajú (kleine Süßigkeiten aus Cashewnüssen).

So reisten wir 14 Kochbegeisterten mit Messer und Schneidebrett „im Koffer“ an und wurden bereits herzlichst mit angenehmer Musik, brasilianischen Flaggen, Fußballtrikots und Fähnchen empfangen. Selbst die Ohrringe waren brasilianisch! Und eine Landkarte wehte an der Wäscheleine. Wir waren sofort in Nairs Welt angekommen!

Wie auf jeder Kochreise lernen wir unsere Gastgeber zunächst etwas kennen. So berichtete Nair von ihrer Geburtsstadt São Paulo mit über 20 Millionen Einwohnern und den vielen Einflüssen der ganzen Welt, was sich von anderen Regionen Brasiliens unterscheidet, die rein europäisch, oder aber afro-brasilianisch oder auch indigen geprägt sind.

Wir erfuhren von Nairs Elternhaus, dem Vater, einem syrisch-libanesischen Geflüchteten und der brasilianischen Mutter, die die Familie verließ. Von einem deutsch-österreichischen Paar, Freunde des Vaters, die Nair mit vier Jahren mitnahmen und dass sie von ihrem Bruder getrennt wurde. Von aufrichtiger Liebe der Pflegeeltern und doch des Andersseins durch Haufarbe und Sprache und den zu großen Veränderungen.

Von arabischen Süßigkeiten des Vaters, an die sie sich noch erinnern kann. Nair sprach von einer Generation, die nicht fragte und keine Antwort gab.

Sie erzählte uns von ihrer großen Liebe des Lebens, die sie in einem deutsch-jugoslawischen Mann fand und mit dem sie nicht nur wieder nach Brasilien auswanderte, sondern auch drei wunderbare Kinder bekam.

Nach dem Verlust des Mannes kam Nair zurück nach Deutschland. Seit dem Tod des Sohnes rücken Nair und ihre beiden Töchter Carin und Cladis noch enger zusammen und beide halfen Nair an diesem aufregenden Tag der Weltreise durch Küchen.

In verschiedenen Gruppen entstanden ruckzuck draußen unter dem Kirschbaum, auf der Terrasse und in der Küche alle Gerichte für unser Menü.

Das gemeinsame Essen an der langen Tafel unter dem Kirschbaum war einmalig schön, bunt und voller Gespräche und Genuss.

Und als die Bohnen dann genau so authentisch brasilianisch schmeckten wie in Brasilien, waren alle noch glücklicher als vorher, denn unsere Brasilien-erfahrenen Reisenden erinnerten sich sofort über den Geschmack auf der Zunge.

Am Ende der Reise zeigte uns Nair noch Familienfotos, die sie hütet wie ihren größten Schatz. Das älteste Bild stammte von 1925.

Wir durften mit Nair eine fast 84jährige Frau kennenlernen, die uns mitnahm in ihr ganzes Leben. Wenn jeder Riss, Schmerz und Verlust in ihrem Herzen mit Gold geklebt worden wäre, hätte Nair ein Herz aus Gold! Mich persönlich erinnerten Nairs sanfte Augen an die Augen meiner Oma, was mich bis jetzt sehr berührt.

Nair ließ uns teilhaben an ihrer Lebensfreude und Begeisterung für das Leben. Am Ende wollte niemand so recht nach Hause reisen.

Danke für das Gefühl, so willkommen gewesen zu sein, liebe Nair! Das Essen war köstlich!!

(Text: Ina Bewermeier)

08/2026 Trotz Sommerferien konnten wir am 8. August zwei Weltreisen parallel anbieten, die rege angenommen wurden: Eine Weltreise durch Küchen nach Brasilien und eine Weltreise durch Wohnzimmer nach Namibia.
Allerdings haben wir nicht im Wohnzimmer gesessen, sondern in Elizabeths Garten.

Da wir auch ein bisschen Gemüse geschnippelt haben und den Teig für die Fatballs hergestellt haben, war diese Reise schon von vornherein auf drei Stunden angesetzt. Letztendlich sind wir 3 1/2 Stunden geblieben. 😀

Elizabeth hat uns von ihrer Schulzeit erzählt und von ihrer Hausarbeit, wie Feuer machen (vor der Schule) und Wäsche waschen (nach der Schule).
Nach den 10 Jahren Schule hat sie ein Kiosk betrieben.

Elizabeth hat von ihren Kindern berichtet und von ihrer jetzigen Arbeit als Pflegefachassistentin im Seniorenheim.

Das namibische Essen haben wir gemeinsam zubereitet: Einen Lammfleischeintopf, der in einem speziellen Topf auf dem Grill zubereitet wurde, Fatballs, etwas ähnlich wie Krapfen, Maisbrei und gegrillte Broewurst.

Das war alles sehr lecker.

Über die Antwort auf die Frage, wie die typische siebentägige namibische Feier einer Hochzeit genau abläuft, sind wir vor lauter Kochtätigkeiten hinweggekommen.

Hoffentlich öffnet Elizabeth irgendwann noch einmal ihr Wohnzimmer und Elizabeth erklärt uns in ihrer ruhigen, freundlichen Art noch mehr über eine typische namibische Hochzeit.

Vielleicht sagst du uns dann auch wieder einen Satz in deiner Muttersprache, denn diese besonderen Klicklaute klingen toll.

Herzlichen Dank für alles, liebe Elizabeth.

 

 

 

 

 

07/2026 Genau vor einem Jahr fand unsere erste Kochreise statt. Seitdem reisen wir nahezu monatlich in verschiedene Küchen der Welt. Diesmal besuchten wir Fatma, die seit sieben Jahren mit ihrem Mann und ihren drei Söhnen in Deutschland lebt.

Ihre Großeltern stammen aus Griechenland, wanderten dann in die Türkei aus, wo dann auch Fatma geboren wurde. Sie lebte zwischenzeitlich auch mehrere Jahre lang in Turkmenistan. All diese Einflüsse spiegeln sich natürlich in ihrer Kochkunst wider .

Als Fatma gefragt wurde, was sie am liebsten zukünftig beruflich in Deutschland machen würde, antwortete sie spontan „Bäckerin!“, denn sie kocht und backt leidenschaftlich gern.

Eigentlich war Fatma langjährige Berufsschullehrerin für Informatik und wollte ihren Beruf hier weiter ausüben; leider wurde dieser nicht anerkannt. Bäckerin wurde sie nicht. Nach guter Überlegung weiß sie, dass sie nun bei ihrer Ausbildung zur Erzieherin genau richtig ist.

So machten wir sechs Frauen aus Deutschland, Mexiko, dem Iran und dem Irak uns mit Messer, Schneidebrett und Nudelholz auf den Weg, um die türkische Küche von Fatma kennenzulernen.

Bereits nach wenigen Minuten des Schnippelns von Zwiebeln, Tomaten, Paprika und Knoblauch fühlte es sich an, als würden wir uns nicht erst seit Minuten, sondern schon ewig kennen. Ein lebendiges, fröhliches Geplaudere über Familiengeschichten und all unsere verschiedenen Wurzeln erfüllte die Küche.

Unter Fatmas exakten, klaren Anweisungen und ihrem strengen und gleichzeitig liebevollen Blick entstanden immer schönere, rundere Lahmaçun. Fatma nahm auch kein Blatt vor den Mund, wenn ihr nicht gefiel, was passierte. So war entweder der Teig nicht hauchdünn ausgerollt oder wir vergaßen das allererste Lahmaçun im Ofen. Oder es ging nicht flott genug.

„Çabuk, çabuk!“ „Schnell, schnell, wir sind hier in der Küche, das muss schnell gehen!“ Herrlich! Alle Köchinnen gaben ihr Bestes. Und unter ausgelassenem Gekichere und viel Freude am Lernen entstanden ruckzuck ein Berg Lahmaçun, eine Salatplatte und Ayran, ein erfrischendes Joghurtgetränk. Köstlich!

Und was sagte Fatma am Ende? „Ich hab ja nichts gemacht, das haben wir ja alle schnell zusammen gemacht!“ 1000 Dank für diesen wunderschönen Nachmittag! Guten Appetit und afiyet olsun

(Text: Ina Bewermeier)

05/2026 Die achte Weltreise durch Küchen führte uns in die turkmenische Küche nach Afghanistan zu Khadija und ihrer Familie. Khadija war auf die Anfrage, ob sie Lust hätte,  ihre Küche für unseren Verein zu öffnen, sofort begeistert.
Das sei ihr eine große Ehre, denn in den vier Jahren in Deutschland hatte sie noch nie Besuch zu Hause! Und alle Interessierten seien herzlich eingeladen! So reisten wir 12 Kochbegeisterten mit Lieblingsmesser und Schnippelbrett zu Khadija, die uns herzlichst empfing.

Sie zeigte uns, wie man Pulao, ein pikantes Reisgericht mit Hühnchen, zarten Möhren-Streifen und süßen Sultaninen, zubereitet. Sie verriet uns das Rezept ihrer Mutter.

Viel Arbeit waren die Samosas/Sambosas, kleine Teigtaschen mit Kartoffel-Spinat-Füllung, die man in Khadijas Heimatstadt Kundus überall auf den Straßen kaufen kann. Dieses Streetfood wird mit Dips angeboten. Auch wir bereiteten einen köstlichen Joghurt-Minz-Dip dazu zu, mit selbst zubereitetem Joghurt. Die Milch holt Khadija immer frisch vom Bauern.

Unsere Sambosas wurden etwas größer als gewünscht, man braucht tatsächlich etwas Übung! Aber das Essen schmeckte allen einfach nur wunderbar! Für einige Teilnehmende waren diese Aromen auf der Zunge ganz neu und ungewohnt und dabei so köstlich! Wir aßen unser Menu im Wohnzimmer auf dem Boden, so wie man es traditonell in Khadijas Familie macht.

Wir hatten viel Spaß zusammen. Es lag eine ganz herzliche und fröhliche Atmosphäre in der Luft!

Vielen, vielen Dank, liebe Khadija, für diese schöne Reise!

(Text: Ina Bewermeier)

  1. 04/2026 Unsere siebte Weltreise durch Küchen führte uns zu Marlene. Sie kommt aus Salvador im Bundesstaat Bahia im Nordosten Brasiliens. Bahia ist bekannt für seine afro-brasilianische Kultur.

In Marlenes Küche staunten wir nicht schlecht, denn die selbständige Immobilienmaklerin und Mutter zweier erwachsener Kinder kocht nicht nur für ihre kleine Familie, sondern liebt es, große Gartenpartys mit vielen Gästen zu veranstalten und daher besitzt sie viele große Schüsseln und Töpfe in ihrer Küche. Sie bereitete mit uns ihre Lieblingsspeisen aus ihrer Heimat zu, Okraschoten, ein Garnelengericht, Reis und Augenbohnen. Die Zubereitung dieser traditionellen Speisen hat sie von ihrer Mutter erlernt. Der Vater spielte in der Küche eher keine große Rolle, er war eher für das Feuermachen im Ofen zuständig, schmunzelte sie.

Okraschoten dürfen in keinem brasilianischen Kühlschrank fehlen. In Bahia werden sie in jedem Garten angebaut. Die wenigsten von uns hatten sie so frisch zubereitet je vorher gegessen, kulinarisches Neuland für uns! Martin probierte die Okaschoten roh und meinte, sie schmecken ein bisschen wie Gurken. Man sollte sie aber wenigstens kurz andünsten. Wir lernten das Okraschoten-Schmorgericht Caruru kennen, das mindestens eine Stunde lang gart und permanent gerührt werden muss.

Das Augenbohnen-Gericht Feijão fradinho wird in der afro-brasilianischen Kultur oft gegessen. Jeder Haushalt besitzt für das Kochen der Bohnen einen Schnellkochtopf. Marlene stammt aus einer Familie mit sechs Kindern und dort musste es immer flott gehen. Bohnen isst man in Brasilien entweder mit Fisch oder mit Fleisch, dazu gibt es immer Reis.

Da Marlene von der Küste stammt, liebt sie Fisch und Garnelen. Wir haben eine Woche nach Ostern ein traditionelles Oster-Essen gekocht: Muqueca de camarão, ein Gericht mit Garnelen in einer köstlichen Soße aus Kokosmilch.

Zum Abschluss eines schönen Nachmittages überraschte uns Marlene mit einem brasilianischen Pudding in Karamellsoße…hmmm, so lecker!

Elf Kochbegeisterte danken Marlene von Herzen dafür, dass wir in ihre Töpfe schauen durften und für ihre große Gastfreundschaft!

Autorin: Ina Bewermeier

03/2026 Lange wollte Yordanos schon gerne ihr Wohnzimmer öffnen, aber es erschien ihr zu klein. Deshalb hat sie erst eine neue Wohnung gesucht und gefunden, um dann heute ihr neues großes Wohnzimmer für uns zu öffnen.

Yordanos hat von ihrer Kindheit und Schulzeit in Eritrea erzählt und uns die traditionelle Kaffeezeremonie gezeigt.

Bei der Kaffeezeremonie werden zuerst die Kaffeebohnen geröstet, dann den Gästen die frisch gerösteten Bohnen gezeigt (der Geruch ist sehr angenehm), die gerösteten Bohnen gemahlen und zum Schluss wird das Kaffeepulver mit heißem Wasser aufgefüllt. Der Kaffee wird in Espressotassen serviert. Zu einer Kaffeezeremonie gehören drei Runden Kaffee.

Zum Kaffee hat Yordanos selbst gebackenes Hefebrot serviert.

Wir durften noch eine weitere eritreische Spezialtät probieren: Injera
Injera ist ein besonderes Fladenbrot, das mit unterschiedlichen Soßen mit der Hand gegessen wird. Yordanos hat es mit einer Spinat-, einer Erbs- und einer Linsensoße serviert. Sehr lecker.

Liebe Yordanos, herzlichen Dank für deine Gastfreundschaft. Wir haben deine Freundlichkeit genossen und bewundern deine Stärke.

1000 Dank!

 

 

 

 

12/2025 Wenn Ina eine Weltreise durch Küchen ankündigt, ist sie ruckzuck ausgebucht und es bildet sich eine Warteliste. Neun Reisende aus Deutschland, dem Iran, Kolumbien, Sri Lanka und der Türkei hatten das Glück, kulinarisch, unter der Anleitung von Irlanda, nach Mexiko zu reisen.

Begonnen haben wir unsere dreistündige Reise mit der Zubereitung des Tortillateigs.

Irlanda hatte zu einigen Gerichten heimatliche Geschichten zu bieten.

Nach mexikanischem Brauch ist man heiratsfähig, wenn man gelungene Tortillas zubereiten kann. Der einzige Junggeselle in unserer Reisegruppe hat die Aufgabe mit Bravour gemeistert. Somit steht einer Hochzeit nichts mehr im Wege. 😉

Die Vorspeise war eine köstliche Aztekensuppe. Als Hauptgericht gab es Hähnchen mit den Tortillas und Guacamole.

Der Nachtisch waren Kochbananen aus dem Backofen mit gesüßter Kondensmilch.

Immer, wenn Irlanda Kochbananen in dieser Art zubereitet, erinnert sie sich an ihre Kindheit in Mexiko. Da fuhr regelmäßig ein kleiner Bulli vor, der mit einer Glocke auf sich aufmerksam machte. Aus dem Bulli heraus wurden diese Art von Kochbananen verkauft.

Irlanda durfte sich oft an dem fahrenden „Kochbananenkiosk“ eine Banane kaufen.

Liebe Irlanda, 1000 Dank, dass du deine Geschichten und deine Rezepte mit uns geteilt hast. Danke, dass du uns unterstützt hast, nach mexikanischer Art zu kochen. Es war sehr sehr lecker und gesellig.

10/2025 Bei Marén und Alex haben wir draußen gemeinsam afrikanisches Essen auf Energiesparholzöfen gekocht. Was für eine Erfahrung! Zuerst war Holz suchen angesagt, um die Öfen später zu heizen. Gut, dass wir so viele waren (17), denn es gab viel zu tun: Holz spalten, Holz kürzen, Gemüse schnippeln, die Öfen mit Holz bestücken und am Laufen halten, nach Maréns Anweisung kochen, den Tisch decken, gemeinsam das Essen genießen, den Tisch abdecken und das Geschirr spülen.

Was sind wir für eine tolle Gemeinschaft!

Marén hat uns einen Teil der afrikanischen Kultur weitergegeben, die sie in der Zeit, in der sie in Afrika gelebt hat, kennengelernt hat.

Marén hat fünf Jahre in Lesotho, Kenia, Ruanda, Uganda, Nigeria und dem Senegal gelebt.

Herzlichen Dank, liebe Marén, für deine Offenheit und diese besondere Idee, draußen zu kochen und zu genießen.

Du gehörst erst seit ein paar Monaten zur Weltreise durch Wohnzimmer Community und hast schon so viel dazu beigetragen.

Vielen vielen Dank!

09/2025 Die heutige Weltreise durch Wohnzimmer geht zu Martin nach Neuenkirchen. Martin öffnet sein Wohnzimmer und erzählt von seiner Kindheit und Jugend in Neuenkirchen, von der Liebe, seinen Kindern und seinen Hobbies und zeigt uns auch die anderen Zimmer im Haus.
Dass Personen, die in Deutschland geboren sind, ihr Wohnzimmer öffnen, haben wir ganz neu im Programm.

Alle, die Martin kennen, wissen, wie aktiv Martin ist. Somit hat er sich nicht damit zufrieden gegeben, für zwei Stunden sein Wohnzimmer zu öffnen, sondern öffnet sein Wohnzimmer an diesem Sonntag einmal vormittags für zwei Stunden, einmal mittags für zwei Stunden und abends für zwei Stunden.

Jede Reisegruppe zählt ungefähr zehn Reisende.

Ein paar Reisende, die vormittags bei Martin waren, haben abends Martin erneut besucht, weil sie Lust auf Verkleidungen bei der Abendveranstaltung hatten.

Bei Martin gibt es immer wieder Überraschungen und Neues. 😀

Für jede Reisegruppe hat Martin sich ein anderes Programm überlegt:

Die Reisegruppe am Vormittag hat nach dem Gespräch Minigolf im Garten gespielt, die Mittagsgruppe hat gemeinsam Karten gespielt und die Abendgruppe hat sich im Partykeller verkleidet. Rietberg ist ja eine Karnevalhochburg.

Zu jeder Tageszeit wurden andere Leckereien gereicht. Mittags gab es Kürbissuppe und kurz vor unserer Abreise noch Johannisbeer- und Quittenkuchen.

Lieber Martin, herzlichen Dank für deine kurzweiligen Erzählungen aus deinem aufregenden Leben und deine Gastfreundschaft.

 

 

07/2025 Weil Dlber sich in Ruwaidas Wohnzimmer kürzlich gewünscht hat, auch einmal in ein deutsches Wohnzimmer zu reisen, haben Anni und Hans heute zu einer Reise nach Westfalen eingeladen.

Annis Reisepass zählt selber schon 58 Stempel. Sie ist eine wahre Weltreise durch Wohnzimmer-Expertin.

Zuallererst haben wir Annis 87teilige Engelsammlung bestaunt, sind dann weiter ins traditionelle Wohnzimmer gezogen mit vielen Fotos der Kinder und Enkel und danach saßen wir auf der Veranda und hörten die spannenden Geschichten aus Annis und Hans Leben.

Beide wuchsen in Spexard, einem Stadtteil von Gütersloh, auf, bevor sie später gemeinsam ein Haus in Rietberg Neuenkirchen bauten.

Wir sprachen über die Schulzeit, das Berufsleben, die Tanzschule, die Kittelschürze, über ostwestfälischen Namen und Begriffe und probierten Westfälische Leckereien: Pumpernickel-Käse-Spieße, Waffeln, Knabbeln mit Zucker und Milch, Pickert mit Rübenkraut und Johannisbeermarmelade.

Irlanda sagte: „Das war nicht nur eine Weltreise durch Wohnzimmer nach Westfalen, sondern auch eine Zeitreise.“

Emmi: „Das war meine erste Weltreise durch Wohnzimmer. Ich habe die Menschlichkeit gefühlt.“

Zum Schluss gab es natürlich dann auch noch den obligatorischen Stempel in unsere Reisepässe.

Liebe Anni, lieber Hans, herzlichen Dank für eure Gastfreundschaft und eure Offenheit.

 

 

Knapp zehn Jahre ist Ruwaida mit ihrer Familie in Deutschland und fühlte sich jetzt bereit, einmal ihr Wohnzimmer zu öffnen und von ihrem alten und ihrem neuen Leben zu berichten.

Da die syrische Musiklehrerin nach dem Deutschlernen nun frisch eine Fortbildung zur Schulbegleiterin abgeschlossen hat, konnte Ruwaida die Wohnzimmerreise direkt zum Netzwerken nutzen. Gute Jobs bekommt man in Deutschland, genau wie in Syrien, besonders einfach durch Vitamin B. Zwei der Reisenden äußerten direkt eine Idee, wo Ruwaida sich bewerben könne.

Wir haben Geschichten aus Ruwaidas Kindheit gehört – z.B. von der Weintraubenernte mit drei älteren Geschwistern und dem Rückweg auf einem Esel, den sie sich für die Ernte geliehen hatten, um die schweren Trauben den langen Weg nicht tragen zu müssen. Und weil Ruwaida die jüngste der Erntenden war, durfte sie den Heimweg auf dem Eselsrücken Weintrauben, Feigen und Granatapfelkerne naschend verbringen. Die Erinnerungen an das glückliche Gefühl waren Ruwaida beim Erzählen ins Gesicht geschrieben und wir 15 Reisenden im Alter von 10 bis 80 Jahren haben es direkt mitgefühlt.

Neben vielen anderen Berichten haben Mouhmad und Ruwaida uns auch die romantische Geschichte erzählt, wie sie sich kennengerlernt haben. Alle, die nicht bei dieser Wohnzimmerreise mitgemacht haben, haben etwas verpasst.

Schnell waren die zwei Stunden bei Ruwaida und ihrer Familie vergangen, so dass wir unsere Reise um eine glatte Stunde verlängert haben, um die syrischen Köstlichkeiten, die Ruwaida zwei Tage lang in der Küche gezaubert hat, alle zu probieren. Köstlich!

Manchmal werden Reisende durch die offene und herzliche Atmosphäre im Wohnzimmer zu Neuem inspiriert:

Wer hätte Lust, bei Ruwaida zu lernen, wie man diese NEUN Gerichte, die wir probieren durften, zubereitet?

Wir könnten uns zu einem kleinen Kochkurs wieder bei Ruwaida treffen. Dann aber nicht im Wohnzimmer, sondern in ihrer Küche. Wer hat dazu Lust?

 

Liebe Ruwaida, lieber Mohammed, wir danken euch von Herzen für eure Offenheit und Gastfreundschaft und wünschen euch und euren Familien alles Gute.

Emanuela hat unseren Verein durch die internationalen Stammtische kennengelernt und hat von uns den Tipp „interkultureller Gottesdienst“ bekommen, bei dem sie inzwischen ein aktives Mitglied ist.

Da Emanuela in ihrem Leben schon viel gereist ist, wollte sie gerne auch einmal ihr Wohnzimmer öffnen und aus ihrem bewegten Leben erzählen. Heute war es soweit. Neun Reisende aus Afghanistan, Deutschland, Ecuador und dem Irak fanden in Emanuelas Wohnzimmer am Esstisch Platz.

Während wir alle österreichische Semmeln, österreichischen Aufschnitt, österreichische Würstchen, eine Mozartkugel und weitere Leckereien verspeisten, erzählte Emanuela uns von ihren Eltern, ihrem Leben in Österreich, ihrem Studium, ihrer Arbeit, ihrer Weltreise durch Asien und Südamerika und ihrer Zeit in Gütersloh. Die Wohnzimmerreisen dauern ja immer nur zwei Stunden. Emanuela hätte bestimmt noch Gesprächsstoff für weitere zehn Stunden.

Da Emanuela in Österreich geboren ist und Emanuelas Vater aus dem ehemaligen Jugoslawien stammte und ihre Mutter aus Rumänien, wurde Emanuela in der Schule und in der Uni zwar nicht anders behandelt als ihre Mitschüler*innen und Mitstudierenden, aber sie hat sich wegen ihrer vielfältigen Wurzeln etwas anders gefühlt.

Mit diesem Gefühl konnten sich einige der Reisenden selbst bzw. in Gedanken bei ihren Kindern sehr identifizieren.

Es ist immer eine Herausforderung, viel ineinander zu vereinen.

Dann hat uns Emanuela noch an ihren Gedanken zu „Zufriedenheit“ teilhaben lassen: Durch ihre Weltreise hat sie viele Menschen in unterschiedlichen Ländern kennengelernt und bemerkt, dass es zufriedene Arme sowie unzufriedene Wohlhabende gibt. An Geld ist die Zufriedenheit scheinbar nicht gekoppelt. Emanuela ist zu dem Schluss gekommen, dass Zufriedenheit aufkommt, wenn man man selbst ist und sich nicht verstellt. Wenn man fühlt, dass man genug ist, wie man ist. Ihr fällt das Gefühl der Zufriedenheit im Glauben an Gott leichter.

So gab es bei Emanuela Nachdenkliches und Lustiges.

Wir fühlen uns reich beschenkt durch diesen Vormittag bei dir, liebe Emanuela. Herzlichen Dank für deine Gastfreundschaft und dein offenes und warmherziges Wesen.