10/2026 Unsere Kochreise zum Herbstferienstart führte uns schon zum zweiten Mal in diesem Jahr zu Fatma, die mit uns ihre Liebe zur türkischen Küche teilt.

Weil es draußen regnete, versammelten wir acht „Kochschüler*innen“ uns nicht, wie sonst üblich, vor der Haustür, sondern ich bat die nach und nach ankommenden Gäste, schon vorzugehen und wartete weiter draußen auf die anderen.

Fatma musste also ihre Tür für ganz unbekannte Menschen öffnen.

Als ich dann selbst bei ihr eintraf, begrüßte sie mich ganz aufgeregt, fremde, schöne Frauen und ein schöner Mann seien in ihrer Wohnung, ob das denn richtig sei?!? Sie fragte, wo denn die Kochreisenden der letzten Kochreise wären. Ich konnte ihr erklären, dass es in unserem Verein darum geht, immer neue Kontakte zu knüpfen, bestehende Kontakte auszubauen und so im ganz Kleinen für Frieden in der Welt einzustehen.

„Oh, interessant“, sagte Fatma, „Wie viele seid ihr denn?“ „Viele, du Liebe, viele, über 100!“ Oh, dann würde sie ja bald die nächste Reise anbieten, antwortete sie herzlich.

Auch auf dieser Reise lernte Fatma also neue Menschen kennen. Sofort in ihr Herz schloss sie Nair, fast 84 Jahre jung und voller Lebensfreude. Fatma konnte es kaum glauben, dass sich eine Frau aus Brasilien für ihre türkischen Rezepte interessierte! Als sie Nair mit ihrer Tochter sah, merkte sie plötzlich, wie sehr sie ihre eigene Mutter vermisst.

Wie es so im Leben ist, finden die besten Gespräche in der Küche statt. So erfuhren wir beim Schnippeln, Kneten und Rühren so Allerhand aus Fatmas Leben.

Fatma stammt aus der anatolischen Stadt Tokat, in der sie Informatik studierte und an einer Berufsschule unterrichtete.

Von dort brachte sie eine winzige Kupferpfanne mit, die vor sieben Jahren noch ins Gepäck passte. Tokat ist seit dem 19. Jahrhundert bekannt für seine Kupferschmiedekunst. Einer der Griffe ist schon abgebrochen, so lange begleitet das wichtige Pfännchen sie schon.

Wir schmolzen gestern Butter mit getrockneter Minze in ihr, das war das Topping für Fatmas Lieblingssuppe, Lebeniye, eine Joghurtsuppe.

Nebenan wurden von den anderen Reisenden fleißig kleine Fleischbällchen für diese köstliche, ganz sämige Suppe gerollt. Vielleicht wurde diese Suppe nur so cremig, weil sie so über eine Stunde hinweg umgerührt wurde? Schließlich ist kein Tropfen Sahne drin.

In der Küche wurden auch Pide hergestellt. Ja, Fatmas Mann hat ihr eine Küchenmaschine geschenkt, aber nein, den Teig für Pide knetet man am besten von Hand, da hat man ein besseres Gefühl für den Teig. Die Pide, „Schiffchen“ aus Hefeteig, füllten wir mit gestampften Kartoffeln und Reibekäse, sowie mit Spinat und Hüttenkäse und buken sie im Ofen, der die Küche erwärmte. „Wie in einer Fabrik!“, freute sich Fatma darüber, dass alle fleißigen Hände so flott arbeiteten.

Bei Fatma soll es in der Küche schnell vorangehen. War ich kurz nebenan, wo unser bunter Salat als Beilage entstand, holte Fatma mich direkt zurück: “Ina, kommen Sie, kommen Sie!“ Schließlich weiß sie, dass jeder Arbeitsschritt für die späteren Rezepte und Fotos, die alle Mitreisenden bekommen, wichtig sind.

Die Küchenmaschine fand auch noch ihren Einsatz, als Fatmas ältester Sohn Enes für uns ein feines Getränk aus Erdbeeren, Himbeeren und Blaubeeren mixte.

Wie immer war das gemeinsame Essen der hergestellten Speisen einfach nur schön und sogar die Sonne zeigte sich.

Bevor Fatma die Reisepässe stempelte, servierte sie uns noch heißen Tee und türkischen Nasskuchen, bei dem ein Glas des Teiges (noch ohne Mehl) nach dem Backen als Guss auf dem Kuchen verteilt wird… Hhmmmmmmm, hörte man aus allen Ecken, ….mit Sahne, …mit Eierlikör, …mit Vanilleeis, oder mit Vanillesoße!

Ich bin mir sicher, liebe Fatma, du hast uns alle inspiriert! Wir danken dir sehr für diesen schönen Nachmittag!

Afiyet olsun! Guten Appetit

(Text: Ina Bewermeier)

10/2026 Was als halbstündiger Vortrag im Rahmen unseres interkulturellen Stammtisches geplant war, entpuppte sich quasi zu einer 1 1/2 stündigen Weltreise durch Wohnzimmer mit Hadil nach Zanzibar (Tansania) im Café Sonnenburg.

Hadil hat davon uns 18 Zuhörenden berichtet, wie sie auf die Idee gekommen ist, ein Jahr im Rahmen von „weltwärts“ den kulturellen Austausch in Tansania zu unterstützen.

Sie hat von vielen horizonerweiternden Begegnung mit Einheimischen und anderen Freiwilligen erzählt.

Hadil hat sowie Ramadan als auch Weihnachten auf Zanzibar gefeiert und einen guten Einblick bekommen, wie Zanzibar und seine Menschen zu unterschiedlichen Jahreszeiten pulsieren.

Sie hat sich in die neue Sprache „Suaheli“ gefuchst und konnte schnell das Gefühl entwickeln, mittendrin anstatt außen vor zu sein.

Liebe Hadil, 1.000 Dank für deine beeindruckenden Schilderungen.

Du bist wunderbar.

09/2026 Diesmal waren wir auf unseren Weltreisen durch Küchen zu Gast bei Irlanda in Mexiko. Schon zum vierten Mal öffnete sie für den Verein „Weltreise durch Wohnzimmer“ ihre Tür: Einmal zum Dia de los muertos im November, einmal im Dezember, um mit uns zu Weihnachten in Rietberg mit Fackeln singend durch die Stadt zu ziehen und zweimal, um mit uns zu kochen. Irlanda wählt den Monat, in dem sie ihr Wohnzimmer oder ihre Küche öffnet immer sehr bewusst in Verbindung mit Traditionen ihres Herkunftslandes.

Der Monat September ist in Mexiko ein besonderer Monat, denn am 16.9. feiert man den wichtigsten nationalen Feiertag, den Unabhängigkeitstag. Es ist zwar schon viele Jahre her, dass Mexiko unabhängig wurde, aber in Mexiko wird alles intensiv mit Straßenparaden und Musik und Tanz gefeiert. „Wir lieben es, zu feiern!“ sagt Irlanda strahlend. Und von der Abhängigkeit von der spanischen Kolonialherrschaft zurück zu den indigenen Wurzeln zu kommen, ist allemal ein Grund zum Feiern!

Am 16.9. isst man traditionell Pozole, einen Mais-Eintopf. Es gibt ihn in den Farben rot (mit roten Chilis), grün (mit grünen Chilis und Kräutern) oder weiß.
Basis ist weißer Mais, der beim Kochen aufblüht wie eine Blüte einer Blume. Das sieht richtig schön aus! Dazu ergänzt man dann die anderen Nationalfarben, sodass auf dem Teller die Farben Rot, Weiß und Grün der mexikanischen Flagge erscheinen. Unsere rote Suppe ergänzten wir mit Radieschen, Salat und Zwiebeln.

Zur Vorspeise wollten wir eigentlich Tostadas essen, aber wir vergaßen sie im Ofen und sie wurden zu dunkel. Pannen passieren. So wie im wahren Leben!

Also gab es spontan Quesadillas: mit Zwiebeln, Pilzen und Käse gefüllte Tortillas aus dunklem Maismehl.

Irlandas Lieblingsfrucht ist die Mango. Unser Dessert war eine Torte mit drei verschiedenen Milchprodukten und Mango – „Tres leches de mango“.

Dann bereiteten wir selbst ein köstliches, für mich ganz neues Getränk zu: Kaktusfeigensaft.

Auch im arabischen Raum kennt man die Frucht gut, wie ich erfuhr. Irlanda zeigte uns, wie man sie schält. Es gibt Kaktusfeigen „Tunas“ wie Äpfel hierzulande in etwa 20 verschiedenen Sorten.

Irlanda ist ein wandelndes mexikanisches Lexikon und kennt die Kultur und die Geschichte ihres großen Heimatlandes so gut, was mich immer wieder beeindruckt. Sie teilt dieses Wissen herzlich gern beim Schnippeln, Kochen und gemeinsamen Essen.

Sie sagt, niemand koche so gut wie ihre Mutter. Früher durfte sie nie an den Topf. Sie durfte nur schnippeln oder die Tortillas pressen und backen. Irlandas Sohn genießt gerade Omas Küche und wird während eines Auslandssemesters in Mexiko verwöhnt.

Verwöhnt wurden wir auch noch am Tisch von Irlanda, die uns die Wahl zwischen Kaffee und Kakao ließ. Mexikanischer Kaffee wird ohne Milch getrunken, aber mit einer Zimtstange, Nelken, Anis und Orangenschalen gekocht.

Mexikanischer Kakao wurde bis zur Eroberung Mexikos durch die Spanier auch ohne Milch, dafür mit Wasser und Zimtstangen aufgekocht. Da wir uns alle für Kakao entschieden, gab es eine Kakao-Zeremonie für uns 13 Frauen.

Das Essen zeremoniell abzuhalten, ist Irlanda sehr wichtig. Vor jedem Essen dankt sie den Händen, die das Essen angebaut, hergestellt und zubereitet haben.

Da auch muslimische Frauen zu Gast waren, hat Irlanda übrigens alle Zutaten für das Menü halal eingekauft.

Irlandas Tochter spielte für uns Klavier, „Für Elise“ von Beethoven, während Irlanda unsere Reisepässe stempelte. Das war die Generalprobe vor Gästen, denn am Folgetag spielte sie auf einem Konzert.

Als Dankeschön haben wir für Irlanda Blümchen aus dem Garten dabei und eine Piñata, ein gebastelter Esel, der traditionell mit Süßigkeiten gefüllt wird. Eigentlich verschenkt man ihn zu Weihnachten, aber Irlanda sollte nun endlich mal zu dieser Gelegenheit eine Piñata für sich allein bekommen. Sie war zu Tränen gerührt, denn in ihrer Kindheit musste sie den Inhalt immer mit allen Geschwistern teilen. Als Erwachsene war es nun soweit! Sie nennt ihren Esel liebevoll Filomeno.

Herzlichst verabschiedet wurden wir von unserer Gastgeberin mit den Worten: “Ihr wisst ja jetzt, wo ihr klingeln müsst! Kommt einfach vorbei!“ Ist das nicht toll, wie herzlich sich vorher fremde Menschen nun verabschieden?

Irlanda, ich mag deine Küche mit den vielen, vielen Pflanzen! Es war so schön, bei typisch norddeutschem Wetter in deiner mexikanischen Küche Gast sein zu dürfen! Du hast uns allen die Sonne ins Herz gezaubert!

Danke für diese unvergessliche Reise!

(Text: Ina Bewermeier)

  1. 08/2026 Nair war selbst schon zu Gast auf zwei Weltreisen durch Küchen und für sie stand schnell fest, dass sie selbst auch mal eine Kochreise anbieten möchte. Sie wusste auch bereits ganz genau, dass sie viele Reisende einladen und mit ihnen im Sommer im Garten unter ihrem Kirschbaum, wie mit einer großen Familie an einer langen Tafel, brasilianisch essen wollen würde. Ein klares Bild vor Augen ist so wunderbar!

Genauso schnell war auch das Menü geplant: ein ganz typisches traditionelles Familienessen und dazu verschiedene, süße Desserts, die man auch zu ganz besonderen Anlässen in Brasilien anbietet: Mandioca (Pommes aus der Maniokwurzel), Vinagrete (Salat), Arroz (Reis), Feijoada (ein Bohnengericht), Farofa (Streusel aus Maniokmehl), Bolo de Fubá (ein Kokos-Maismehl-Kuchen), Brigadeiros (Rumkugeln ohne Rum) und Cajú (kleine Süßigkeiten aus Cashewnüssen).

So reisten wir 14 Kochbegeisterten mit Messer und Schneidebrett „im Koffer“ an und wurden bereits herzlichst mit angenehmer Musik, brasilianischen Flaggen, Fußballtrikots und Fähnchen empfangen. Selbst die Ohrringe waren brasilianisch! Und eine Landkarte wehte an der Wäscheleine. Wir waren sofort in Nairs Welt angekommen!

Wie auf jeder Kochreise lernen wir unsere Gastgeber zunächst etwas kennen. So berichtete Nair von ihrer Geburtsstadt São Paulo mit über 20 Millionen Einwohnern und den vielen Einflüssen der ganzen Welt, was sich von anderen Regionen Brasiliens unterscheidet, die rein europäisch, oder aber afro-brasilianisch oder auch indigen geprägt sind.

Wir erfuhren von Nairs Elternhaus, dem Vater, einem syrisch-libanesischen Geflüchteten und der brasilianischen Mutter, die die Familie verließ. Von einem deutsch-österreichischen Paar, Freunde des Vaters, die Nair mit vier Jahren mitnahmen und dass sie von ihrem Bruder getrennt wurde. Von aufrichtiger Liebe der Pflegeeltern und doch des Andersseins durch Haufarbe und Sprache und den zu großen Veränderungen.

Von arabischen Süßigkeiten des Vaters, an die sie sich noch erinnern kann. Nair sprach von einer Generation, die nicht fragte und keine Antwort gab.

Sie erzählte uns von ihrer großen Liebe des Lebens, die sie in einem deutsch-jugoslawischen Mann fand und mit dem sie nicht nur wieder nach Brasilien auswanderte, sondern auch drei wunderbare Kinder bekam.

Nach dem Verlust des Mannes kam Nair zurück nach Deutschland. Seit dem Tod des Sohnes rücken Nair und ihre beiden Töchter Carin und Cladis noch enger zusammen und beide halfen Nair an diesem aufregenden Tag der Weltreise durch Küchen.

In verschiedenen Gruppen entstanden ruckzuck draußen unter dem Kirschbaum, auf der Terrasse und in der Küche alle Gerichte für unser Menü.

Das gemeinsame Essen an der langen Tafel unter dem Kirschbaum war einmalig schön, bunt und voller Gespräche und Genuss.

Und als die Bohnen dann genau so authentisch brasilianisch schmeckten wie in Brasilien, waren alle noch glücklicher als vorher, denn unsere Brasilien-erfahrenen Reisenden erinnerten sich sofort über den Geschmack auf der Zunge.

Am Ende der Reise zeigte uns Nair noch Familienfotos, die sie hütet wie ihren größten Schatz. Das älteste Bild stammte von 1925.

Wir durften mit Nair eine fast 84jährige Frau kennenlernen, die uns mitnahm in ihr ganzes Leben. Wenn jeder Riss, Schmerz und Verlust in ihrem Herzen mit Gold geklebt worden wäre, hätte Nair ein Herz aus Gold! Mich persönlich erinnerten Nairs sanfte Augen an die Augen meiner Oma, was mich bis jetzt sehr berührt.

Nair ließ uns teilhaben an ihrer Lebensfreude und Begeisterung für das Leben. Am Ende wollte niemand so recht nach Hause reisen.

Danke für das Gefühl, so willkommen gewesen zu sein, liebe Nair! Das Essen war köstlich!!

(Text: Ina Bewermeier)

08/2026 Trotz Sommerferien konnten wir am 8. August zwei Weltreisen parallel anbieten, die rege angenommen wurden: Eine Weltreise durch Küchen nach Brasilien und eine Weltreise durch Wohnzimmer nach Namibia.
Allerdings haben wir nicht im Wohnzimmer gesessen, sondern in Elizabeths Garten.

Da wir auch ein bisschen Gemüse geschnippelt haben und den Teig für die Fatballs hergestellt haben, war diese Reise schon von vornherein auf drei Stunden angesetzt. Letztendlich sind wir 3 1/2 Stunden geblieben. 😀

Elizabeth hat uns von ihrer Schulzeit erzählt und von ihrer Hausarbeit, wie Feuer machen (vor der Schule) und Wäsche waschen (nach der Schule).
Nach den 10 Jahren Schule hat sie ein Kiosk betrieben.

Elizabeth hat von ihren Kindern berichtet und von ihrer jetzigen Arbeit als Pflegefachassistentin im Seniorenheim.

Das namibische Essen haben wir gemeinsam zubereitet: Einen Lammfleischeintopf, der in einem speziellen Topf auf dem Grill zubereitet wurde, Fatballs, etwas ähnlich wie Krapfen, Maisbrei und gegrillte Broewurst.

Das war alles sehr lecker.

Über die Antwort auf die Frage, wie die typische siebentägige namibische Feier einer Hochzeit genau abläuft, sind wir vor lauter Kochtätigkeiten hinweggekommen.

Hoffentlich öffnet Elizabeth irgendwann noch einmal ihr Wohnzimmer und Elizabeth erklärt uns in ihrer ruhigen, freundlichen Art noch mehr über eine typische namibische Hochzeit.

Vielleicht sagst du uns dann auch wieder einen Satz in deiner Muttersprache, denn diese besonderen Klicklaute klingen toll.

Herzlichen Dank für alles, liebe Elizabeth.

 

 

 

 

 

07/2026 Genau vor einem Jahr fand unsere erste Kochreise statt. Seitdem reisen wir nahezu monatlich in verschiedene Küchen der Welt. Diesmal besuchten wir Fatma, die seit sieben Jahren mit ihrem Mann und ihren drei Söhnen in Deutschland lebt.

Ihre Großeltern stammen aus Griechenland, wanderten dann in die Türkei aus, wo dann auch Fatma geboren wurde. Sie lebte zwischenzeitlich auch mehrere Jahre lang in Turkmenistan. All diese Einflüsse spiegeln sich natürlich in ihrer Kochkunst wider .

Als Fatma gefragt wurde, was sie am liebsten zukünftig beruflich in Deutschland machen würde, antwortete sie spontan „Bäckerin!“, denn sie kocht und backt leidenschaftlich gern.

Eigentlich war Fatma langjährige Berufsschullehrerin für Informatik und wollte ihren Beruf hier weiter ausüben; leider wurde dieser nicht anerkannt. Bäckerin wurde sie nicht. Nach guter Überlegung weiß sie, dass sie nun bei ihrer Ausbildung zur Erzieherin genau richtig ist.

So machten wir sechs Frauen aus Deutschland, Mexiko, dem Iran und dem Irak uns mit Messer, Schneidebrett und Nudelholz auf den Weg, um die türkische Küche von Fatma kennenzulernen.

Bereits nach wenigen Minuten des Schnippelns von Zwiebeln, Tomaten, Paprika und Knoblauch fühlte es sich an, als würden wir uns nicht erst seit Minuten, sondern schon ewig kennen. Ein lebendiges, fröhliches Geplaudere über Familiengeschichten und all unsere verschiedenen Wurzeln erfüllte die Küche.

Unter Fatmas exakten, klaren Anweisungen und ihrem strengen und gleichzeitig liebevollen Blick entstanden immer schönere, rundere Lahmaçun. Fatma nahm auch kein Blatt vor den Mund, wenn ihr nicht gefiel, was passierte. So war entweder der Teig nicht hauchdünn ausgerollt oder wir vergaßen das allererste Lahmaçun im Ofen. Oder es ging nicht flott genug.

„Çabuk, çabuk!“ „Schnell, schnell, wir sind hier in der Küche, das muss schnell gehen!“ Herrlich! Alle Köchinnen gaben ihr Bestes. Und unter ausgelassenem Gekichere und viel Freude am Lernen entstanden ruckzuck ein Berg Lahmaçun, eine Salatplatte und Ayran, ein erfrischendes Joghurtgetränk. Köstlich!

Und was sagte Fatma am Ende? „Ich hab ja nichts gemacht, das haben wir ja alle schnell zusammen gemacht!“ 1000 Dank für diesen wunderschönen Nachmittag! Guten Appetit und afiyet olsun

(Text: Ina Bewermeier)

05/2026 Die achte Weltreise durch Küchen führte uns in die turkmenische Küche nach Afghanistan zu Khadija und ihrer Familie. Khadija war auf die Anfrage, ob sie Lust hätte,  ihre Küche für unseren Verein zu öffnen, sofort begeistert.
Das sei ihr eine große Ehre, denn in den vier Jahren in Deutschland hatte sie noch nie Besuch zu Hause! Und alle Interessierten seien herzlich eingeladen! So reisten wir 12 Kochbegeisterten mit Lieblingsmesser und Schnippelbrett zu Khadija, die uns herzlichst empfing.

Sie zeigte uns, wie man Pulao, ein pikantes Reisgericht mit Hühnchen, zarten Möhren-Streifen und süßen Sultaninen, zubereitet. Sie verriet uns das Rezept ihrer Mutter.

Viel Arbeit waren die Samosas/Sambosas, kleine Teigtaschen mit Kartoffel-Spinat-Füllung, die man in Khadijas Heimatstadt Kundus überall auf den Straßen kaufen kann. Dieses Streetfood wird mit Dips angeboten. Auch wir bereiteten einen köstlichen Joghurt-Minz-Dip dazu zu, mit selbst zubereitetem Joghurt. Die Milch holt Khadija immer frisch vom Bauern.

Unsere Sambosas wurden etwas größer als gewünscht, man braucht tatsächlich etwas Übung! Aber das Essen schmeckte allen einfach nur wunderbar! Für einige Teilnehmende waren diese Aromen auf der Zunge ganz neu und ungewohnt und dabei so köstlich! Wir aßen unser Menu im Wohnzimmer auf dem Boden, so wie man es traditonell in Khadijas Familie macht.

Wir hatten viel Spaß zusammen. Es lag eine ganz herzliche und fröhliche Atmosphäre in der Luft!

Vielen, vielen Dank, liebe Khadija, für diese schöne Reise!

(Text: Ina Bewermeier)

  1. 04/2026 Unsere siebte Weltreise durch Küchen führte uns zu Marlene. Sie kommt aus Salvador im Bundesstaat Bahia im Nordosten Brasiliens. Bahia ist bekannt für seine afro-brasilianische Kultur.

In Marlenes Küche staunten wir nicht schlecht, denn die selbständige Immobilienmaklerin und Mutter zweier erwachsener Kinder kocht nicht nur für ihre kleine Familie, sondern liebt es, große Gartenpartys mit vielen Gästen zu veranstalten und daher besitzt sie viele große Schüsseln und Töpfe in ihrer Küche. Sie bereitete mit uns ihre Lieblingsspeisen aus ihrer Heimat zu, Okraschoten, ein Garnelengericht, Reis und Augenbohnen. Die Zubereitung dieser traditionellen Speisen hat sie von ihrer Mutter erlernt. Der Vater spielte in der Küche eher keine große Rolle, er war eher für das Feuermachen im Ofen zuständig, schmunzelte sie.

Okraschoten dürfen in keinem brasilianischen Kühlschrank fehlen. In Bahia werden sie in jedem Garten angebaut. Die wenigsten von uns hatten sie so frisch zubereitet je vorher gegessen, kulinarisches Neuland für uns! Martin probierte die Okaschoten roh und meinte, sie schmecken ein bisschen wie Gurken. Man sollte sie aber wenigstens kurz andünsten. Wir lernten das Okraschoten-Schmorgericht Caruru kennen, das mindestens eine Stunde lang gart und permanent gerührt werden muss.

Das Augenbohnen-Gericht Feijão fradinho wird in der afro-brasilianischen Kultur oft gegessen. Jeder Haushalt besitzt für das Kochen der Bohnen einen Schnellkochtopf. Marlene stammt aus einer Familie mit sechs Kindern und dort musste es immer flott gehen. Bohnen isst man in Brasilien entweder mit Fisch oder mit Fleisch, dazu gibt es immer Reis.

Da Marlene von der Küste stammt, liebt sie Fisch und Garnelen. Wir haben eine Woche nach Ostern ein traditionelles Oster-Essen gekocht: Muqueca de camarão, ein Gericht mit Garnelen in einer köstlichen Soße aus Kokosmilch.

Zum Abschluss eines schönen Nachmittages überraschte uns Marlene mit einem brasilianischen Pudding in Karamellsoße…hmmm, so lecker!

Elf Kochbegeisterte danken Marlene von Herzen dafür, dass wir in ihre Töpfe schauen durften und für ihre große Gastfreundschaft!

Autorin: Ina Bewermeier

03/2026 Lange wollte Yordanos schon gerne ihr Wohnzimmer öffnen, aber es erschien ihr zu klein. Deshalb hat sie erst eine neue Wohnung gesucht und gefunden, um dann heute ihr neues großes Wohnzimmer für uns zu öffnen.

Yordanos hat von ihrer Kindheit und Schulzeit in Eritrea erzählt und uns die traditionelle Kaffeezeremonie gezeigt.

Bei der Kaffeezeremonie werden zuerst die Kaffeebohnen geröstet, dann den Gästen die frisch gerösteten Bohnen gezeigt (der Geruch ist sehr angenehm), die gerösteten Bohnen gemahlen und zum Schluss wird das Kaffeepulver mit heißem Wasser aufgefüllt. Der Kaffee wird in Espressotassen serviert. Zu einer Kaffeezeremonie gehören drei Runden Kaffee.

Zum Kaffee hat Yordanos selbst gebackenes Hefebrot serviert.

Wir durften noch eine weitere eritreische Spezialtät probieren: Injera
Injera ist ein besonderes Fladenbrot, das mit unterschiedlichen Soßen mit der Hand gegessen wird. Yordanos hat es mit einer Spinat-, einer Erbs- und einer Linsensoße serviert. Sehr lecker.

Liebe Yordanos, herzlichen Dank für deine Gastfreundschaft. Wir haben deine Freundlichkeit genossen und bewundern deine Stärke.

1000 Dank!

 

 

 

 

12/2025 Wenn Ina eine Weltreise durch Küchen ankündigt, ist sie ruckzuck ausgebucht und es bildet sich eine Warteliste. Neun Reisende aus Deutschland, dem Iran, Kolumbien, Sri Lanka und der Türkei hatten das Glück, kulinarisch, unter der Anleitung von Irlanda, nach Mexiko zu reisen.

Begonnen haben wir unsere dreistündige Reise mit der Zubereitung des Tortillateigs.

Irlanda hatte zu einigen Gerichten heimatliche Geschichten zu bieten.

Nach mexikanischem Brauch ist man heiratsfähig, wenn man gelungene Tortillas zubereiten kann. Der einzige Junggeselle in unserer Reisegruppe hat die Aufgabe mit Bravour gemeistert. Somit steht einer Hochzeit nichts mehr im Wege. 😉

Die Vorspeise war eine köstliche Aztekensuppe. Als Hauptgericht gab es Hähnchen mit den Tortillas und Guacamole.

Der Nachtisch waren Kochbananen aus dem Backofen mit gesüßter Kondensmilch.

Immer, wenn Irlanda Kochbananen in dieser Art zubereitet, erinnert sie sich an ihre Kindheit in Mexiko. Da fuhr regelmäßig ein kleiner Bulli vor, der mit einer Glocke auf sich aufmerksam machte. Aus dem Bulli heraus wurden diese Art von Kochbananen verkauft.

Irlanda durfte sich oft an dem fahrenden „Kochbananenkiosk“ eine Banane kaufen.

Liebe Irlanda, 1000 Dank, dass du deine Geschichten und deine Rezepte mit uns geteilt hast. Danke, dass du uns unterstützt hast, nach mexikanischer Art zu kochen. Es war sehr sehr lecker und gesellig.

10/2025 Bei Marén und Alex haben wir draußen gemeinsam afrikanisches Essen auf Energiesparholzöfen gekocht. Was für eine Erfahrung! Zuerst war Holz suchen angesagt, um die Öfen später zu heizen. Gut, dass wir so viele waren (17), denn es gab viel zu tun: Holz spalten, Holz kürzen, Gemüse schnippeln, die Öfen mit Holz bestücken und am Laufen halten, nach Maréns Anweisung kochen, den Tisch decken, gemeinsam das Essen genießen, den Tisch abdecken und das Geschirr spülen.

Was sind wir für eine tolle Gemeinschaft!

Marén hat uns einen Teil der afrikanischen Kultur weitergegeben, die sie in der Zeit, in der sie in Afrika gelebt hat, kennengelernt hat.

Marén hat fünf Jahre in Lesotho, Kenia, Ruanda, Uganda, Nigeria und dem Senegal gelebt.

Herzlichen Dank, liebe Marén, für deine Offenheit und diese besondere Idee, draußen zu kochen und zu genießen.

Du gehörst erst seit ein paar Monaten zur Weltreise durch Wohnzimmer Community und hast schon so viel dazu beigetragen.

Vielen vielen Dank!

09/2025 Die heutige Weltreise durch Wohnzimmer geht zu Martin nach Neuenkirchen. Martin öffnet sein Wohnzimmer und erzählt von seiner Kindheit und Jugend in Neuenkirchen, von der Liebe, seinen Kindern und seinen Hobbies und zeigt uns auch die anderen Zimmer im Haus.
Dass Personen, die in Deutschland geboren sind, ihr Wohnzimmer öffnen, haben wir ganz neu im Programm.

Alle, die Martin kennen, wissen, wie aktiv Martin ist. Somit hat er sich nicht damit zufrieden gegeben, für zwei Stunden sein Wohnzimmer zu öffnen, sondern öffnet sein Wohnzimmer an diesem Sonntag einmal vormittags für zwei Stunden, einmal mittags für zwei Stunden und abends für zwei Stunden.

Jede Reisegruppe zählt ungefähr zehn Reisende.

Ein paar Reisende, die vormittags bei Martin waren, haben abends Martin erneut besucht, weil sie Lust auf Verkleidungen bei der Abendveranstaltung hatten.

Bei Martin gibt es immer wieder Überraschungen und Neues. 😀

Für jede Reisegruppe hat Martin sich ein anderes Programm überlegt:

Die Reisegruppe am Vormittag hat nach dem Gespräch Minigolf im Garten gespielt, die Mittagsgruppe hat gemeinsam Karten gespielt und die Abendgruppe hat sich im Partykeller verkleidet. Rietberg ist ja eine Karnevalhochburg.

Zu jeder Tageszeit wurden andere Leckereien gereicht. Mittags gab es Kürbissuppe und kurz vor unserer Abreise noch Johannisbeer- und Quittenkuchen.

Lieber Martin, herzlichen Dank für deine kurzweiligen Erzählungen aus deinem aufregenden Leben und deine Gastfreundschaft.