Zara hat uns „in den Iran“ eingeladen, um mit uns Nouruz (Neujahr) zu feiern. Elf Reisende sind ihrer Einladung gefolgt und kamen zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Auto, denn Zara wohnt in Gütersloh und somit brauchte keiner von uns ein Flugzeug zu bemühen.

Nouruz gilt als eines der ältesten Feste der Menschheit – seit mehr als 3.000 Jahren wird das persische Neujahr gefeiert. Auch dieses Jahr haben am 21. März mehr als 300 Millionen Menschen auf der ganzen Welt so den Frühling begrüßt. Das Fest dauert 14 Tage.

Zara wohnt seit vier Jahren in Gütersloh, bewahrt die persischen Traditionen ihrer Vorfahren und möchte sie auch an ihre beiden Töchter weitergeben.

Wir freuen uns sehr, dass Zara auch uns einen Einblick in einige ihrer Rituale gewährt hat. Einer der wichtigsten Bestandteile des Festes ist der Festtisch mit sieben heiligen Elementen, die auf Persisch mit dem Buchstaben „S” beginnen und Kraft, Hoffnung sowie Liebe bescheren sollen. Diesen Tisch schmücken bei Zara ihre Töchter, so werden sie sich der Bedeutung der sieben Elemente sehr bewusst.

Ein Spiegel reflektiert Energie, Eier sind ein Symbol des neuen Lebens, ein Apfel im Wasser ist ein Symbol für unseren Planeten, Knoblauch schützt vor schlimmen Ereignissen und gibt Gesundheit, um nur ein paar Symbole und ihre Bedeutung zu nennen. Dieser Tisch sah märchenhaft aus.

In Zaras Wohnung verbindet und ergänzt sich europäische und orientalische Kultur in Harmonie. Moderne Möbel und Technik sowie schöne handgearbeitete persische Erinnerungsstücke: eine Wanduhr, Teller, Tischdecken und eine Schatulle. Diese Kunstgegenstände schaffen eine besondere Atmosphäre.

Zu der besonderen Atmosphäre trägt Zaras positive Energie außerdem bei. Sie zieht alles Gute aus ihrer Erziehung, ist sehr schlau, offen und frei. Die schöne Frau, die IT studierte, wirkt magisch auf uns Reisende.

Auf dem Fundament der drei Regeln „Gutes tun, gut reden und gut denken“ baut Zara ein neues Leben für sie und ihre Töchter auf.

In der persischen Kultur wird jeder Gast als Engel gesehen und wir fühlten uns durch diesen Vergleich sehr geehrt.

Liebe Zara, wir danken dir für diese besondere Reise sowie deine Gastfreundschaft und hoffen auf die Erfüllung deiner Wünsche.

 

(Autorin: Tetjana Klemchuk)

Am 10. März sind wir zu Patricia nach Ecuador gereist. Ich habe Patricia schon während unseres Einsatzes in der Vesperkirche kennengelernt und sofort bemerkt, dass diese kleine Frau viel positive Energie hat. Ich habe etwas Schönes erwartet, aber die Wirklichkeit hat alle meine Erwartungen übertroffen.

Freundlichkeit und Aufmerksamkeit sind immer Bestandteil der Veranstaltungen unseres Vereins, was das angeht, war diese Reise keine Ausnahme. Viele von den Reisenden kannte ich schon, denn ich habe mit ihnen an einigen Stammtischen teilgenommen.

Es war sehr interessant, nicht nur von Ecuador, sondern auch von Patricias Leben ein bisschen zu erfahren.

Ecuador liegt im Nordwesten Südamerikas zwischen Kolumbien und Peru und ist nach dem Äquator benannt, der durch den nördlichen Teil des Staatsgebiets verläuft. Ich hatte bisher nur in der Schule etwas über dieses Land gelernt, aber fast alles vergessen.  Ecuador hat die höchstgelegene Hauptstadt der Welt – Quito, die sich in 2.850 Meter Höhe befindet und direkt am Fuße des Vulkans Rucu Pichincha liegt. Ich habe gewusst, dass Patricias Heimatland sich in vier völlig unterschiedliche geographische Zonen aufteilt: der westliche Küstenbereich (Costa), die zentrale Andenregion (Sierra), das östliche Amazonas-Tiefland (Oriente) und die Galapagosinseln.

Patricia hat von ihrer Familie, Kindheit und Jugend erzählt sowie dem früher in Ecuador auch für Mädchen verpflichtenden Wehrdienst. Dann haben wir gehört, wie sie nach Deutschland gekommen ist und welche Herausforderungen hier auf sie gewartet haben. Die Geschichte ließ niemanden kalt.

Inzwischen ist sie eine erfolgreiche Spanischlehrerin und eine stolze Mutter von zwei erwachsenen Kindern. Patricia und ihre Erfahrungen können ein gutes Beispiel für andere sein, dass das Unmögliche möglich ist.

Zum Schluss haben wir die leckere Kartoffelsuppe Locro de Papa probiert und beim Essen geplaudert.

Jetzt hoffe ich, irgendwann Ecuador zu besuchen und alles mit meinen eigenen Augen zu sehen. Vielleicht kann Patricia mich einmal vor Ort durch das Land, wo ihre Wiege stand, führen.

Vielen Dank, liebe Patricia. Ich freue mich auf viele weitere Treffen mit dir im Rahmen der Aktivitäten unseres Vereins.

(Text: Tetiana Klemchuk)

 

Wir feiern gemeinsam!!! Seit mehr als 100 Jahren wird der Weltfrauentag begangen. Und innerhalb dieser Jahre demonstrieren Frauen weltweit für Gleichberechtigung und gegen Diskriminierung von Frauen.

Dieser Tag wird in vielen Ländern mal mehr, mal weniger intensiv gefeiert.

Die städtische Gleichstellungsbeauftragte Susanne Fischer sagte, das Rathaus Rheda-Wiedenbrück wolle auch ein Zeichen für ein gerechtes Leben, in dem Ungleichheiten abgebaut werden, eine Berufswahl ohne Vorurteile und Abgrenzung möglich ist und gleiches Gehalt für gleichwertige Arbeit geschlechtsunabhängig gezahlt wird, setzen.

Deshalb wurde am Abend 08.03. die Tür des Rathauses für Frauen aller Kulturen gastfreundlich geöffnet, damit wir gemeinsam essen, tanzen und im Gespräch kommen konnten.

Und es war wirklich interessant und entspannend. Frauen aus Albanien, Deutschland, Griechenland, dem Libanon, Peru, Portugal,  Rumänien, Sri Lanka, Syrien, der Türkei und der Ukraine brachten gute Stimmung und Kleinigkeiten zu essen, so dass ein reichhaltiges Buffet entstand.

Unser Verein blieb nicht fern, wir nahmen an dem Feiern aktiv teil. Die
Atmosphäre war nicht nur festlich, sondern auch vertrauensvoll. Alle fühlen sich wohl – zusammenrücken, von ihren Erfahrungen erzählen und viel lachen.

Besonders schön war die Möglichkeit, in der Rathaushalle zu tanzen.
Griechischer Sirtaki und albanischer Tanz, die wir unter der Anleitung von  Eleni und Ina tanzten, hinterließen bei den Gästen einen unvergesslichen Eindruck.

In der Ukraine wurde der Weltfrauentag vor dem Krieg immer gefeiert.

Es gab viele Blumen und Geschenke.

Aber jetzt denke ich daran, dass wir die Bedeutung dieses Tages verlieren.

In Zukunft will ich immer den Weltfrauentag feiern, um die Rechte von Frauen zu unterstützen.

(Text: Tetiana Klemchuk)

Elizabeth lebt mit ihrer großen Familie von zehn Personen seit zwei Jahren in Deutschland. Sie steht jeden Morgen um 5 Uhr auf, um pünktlich den Bus um 6.30 Uhr in die 30 km entfernte Stadt zu nehmen, um dort um 8 Uhr im Unterricht für ihre Pflegehelferinnen-Ausbildung zu sein. Gemeinsam mit ihrer Tochter und zwei Nichten hat sie den interessierten Reisenden von Hochzeitsbräuchen erzählt, von der 12jährigen Schulzeit, die in Namibia dem Abitur entspricht, in Deutschland aber nur der mittleren Reife.

Der größte Unterschied zwischen Deutschland und Namibia ist, dass es in Deutschland so herrlich ruhig ist.

Die Familie hat sich sehr gefreut, mal Besuch zu bekommen, denn vor vieler Arbeit und Deutsch pauken bieten sich nicht viele Gelegenheiten, neue Freunde kennenzulernen.

Da Singen und Tanzen fester Bestandteil ihrer Kultur ist, kamen wir Reisende auch in den Genuss ihre Lebensfreude beim Tanzen und Singen zu fühlen.

Das Ausleben ihrer Traditionen in der Großfamilie in ihrem Herkunftsland fehlt ihnen schon, obwohl sie sehr glücklich sind, hier im Bereich Altenpflege sich sinnvoll in die deutsche Gesellschaft einbringen zu können.

Wir Reisenden haben über den Bericht der Damen über zweiwöchige Hochzeitszeremonien gestaunt und unsere Reiseleiterinnen haben gestaunt, dass jeder Hund in Deutschland zu einer Familie gehört und eher wie ein Kind behandelt wird und nicht wie ein Hund. Sie meinten, dass das super für die deutschen Hunde sei.

Irgendwie waren die zwei Stunden viel zu schnell um, für das Begreifen der so fundamental anderen Lebensweise in Namibia.

Probieren durften wir Maisbrei mit Zucker und Buttermilch, zwei Sorten Gebäck (eins ähnelte Krapfen und das andere einem Hefebrot) und getrocknetes Fleisch (Biltong). Wir haben auch namibische Bonbons probieren dürfen und besondere Beeren. Das war für uns neu und lecker. Auch kulinarisch ein von uns unentdecktes Land.

Die Kleidung der Damen war farbenfroh und traditionell. Sie haben uns erklärt, dass das Kleid nur mit der passenden Kopfbedeckung komplett ist und dem Anlass, zu dem es getragen wird, gerecht wird. Ohne die Kopfbedeckung wäre man nicht korrekt angezogen.

Elizabeth, wir danken dir und deiner Familie sehr für eure Gastfreundschaft und dafür, dass ihr uns ein bisschen eure Kultur nähergebracht habt.

 

 

 

Praktizierte Nächstenliebe in herausfordernden Zeiten. Freitag haben wir zu zwölft und Samstag zu vierzehnt die Vesperkirche beim Bestellungen aufnehmen, Maultaschen und Curry auffüllen, Mittagessen und Kuchen verteilen, Kaffee und Tee kochen und herausgeben, schmutziges Geschirr annehmen und säubern unterstützt. Es tat so gut, zusammen ein Teil der Vesperkirchenidee zu sein und als Weltreise durch Wohnzimmer Team gemeinsam in Aktion für eine gute Sache zu sein.

Unser Team hat die Wurzeln weltweit: Deutschland, Ecuador, Griechenland, Italien, Marokko, Portugal, Senegal, Ukraine.

Ich danke euch für euer Engagement von Herzen.

Ihr seid super!

Ayhans und Emines Wohnzimmer war voll: zwölf Reisende aus sechs Ländern haben sich auf den Weg „in die Türkei“ gemacht. Wir haben von ihrer Kindheit, ihrem Studium und ihrer Neuorientierung in Deutschland gehört.

Unser Reiseleiterpaar war offen für Fragen und hat gerne unseren Wissensdurst gestillt.

Es wurde zum Beispiel gefragt, wie es für sie war, das Fasten zu lernen und wie die Fastenzeit sich für sie anfühlt.

Es wurde gefragt, was sie in Deutschland überrascht hat. Sie sagten, dass sie vor den kalten Deutschen gewarnt wurden, aber nur auf warmherzige Menschen gestoßen sind. Das hat uns sehr gefreut.  🙂

Wir haben die gemeinsame Zeit sehr genossen und bedanken uns vielmals bei euch für die wertschätzende Unterhaltung und das leckere Essen.

Im September 2023 startet die Kunstausstellung „So schaffe ich Frieden“ im Kloster von Wiedenbrück mit 35 Künstlerinnen und Künstlern aus zehn Ländern.

Aslı (Türkei), Catrin (Deutschland), Hadil (Syrien),  Karabo (Südafrika), Margarita (Peru), Marion (Deutschland), Monique (Niederlande) und Zhi (China) vom Verein Weltreise durch Wohnzimmer e.V. setzen alles daran, dass die Kunstaustellung und die damit verbundenen Veranstaltungen viele Interessierte anzieht und begeistert.

Der Verein Weltreise durch Wohnzimmer e.V.  setzt sich seit über zehn Jahren für ein bürgernahes, lebendiges und zukunftsfähiges Europa ein – dafür wurden wir ausgezeichnet.

Wie cool ist das denn?! Die Anerkennung des Landes für unser ehrenamtliches soziales Engagement fühlt sich sehr gut an.

Vielen Dank für die Auszeichnung und vielen Dank an alle, die die Idee, dass es besser ist, miteinander zu sprechen als übereinander, weiterhin tatkräftig unterstützen.

Wir haben noch ganz viel vor und freuen uns über jede einzelne Person, die andere inspiriert, unsere niederschwelligen Friedensaktionen,

wie die Wohnzimmerweltreisen, die unsere internationalen Stammtische und die Weltfrieden Matrix,

nachzuahmen.

Im Augenblick lachen Margarita und Djenabou von riesengroßen Plakatwänden im Kreis Gütersloh und machen Werbung für den Erfolgskreis Gütersloh. Vor ein paar Monaten wurden die beiden schon gefragt, ob sie Lust hätten, ein Teil von der Oh-Kampangne zu sein.  Bis zum nächsten Sommer werden Margarita und Djenabou immer mal wieder auftauchen. Haltet die Augen offen. Jetzt im November zum ersten Mal.

Wer Elvina noch nicht kannte, hatte Ende Oktober die Möglichkeit, die Frau mit dem großen Herzen kennenzulernen. Zehn Interessierte haben sich auf den Weg nach Versmold gemacht und sich angehört, was Elvina aus ihrer Kindheit und  Jugend und von ihrer Familie zu erzählen hatte.

Geschichten von der Arbeitsteilung innerhalb der Familie (Holz holen, Wasser holen, Pilze sammeln), vom Kaufen und Tauschen (Holzkohle gegen Zucker, Grieß oder Maniok) vom Transportieren auf dem Kopf, vom Leben ohne Kinderwagen, vom Leben als Selbstversorger, von ihrer Unterstützung ihrer Familie und von Hochzeitsritualen.

Wer wollte, durfte Hähnchen und Reis auf dieser Reise mit den Fingern essen. Drei mutige Reisende fanden sich – ob mit Fingern oder Besteck – es schmeckte köstlich.

Plötzlich waren die zwei Stunden um und wir hatten alle das Gefühl, dass wir wieder kommen sollten.

Danke Elvina, du bist großartig!

 

 

Am Samstag, den 29.10.22 und am Sonntag, den 30.10.22 haben wir gemeinsam das Lied „Wir ziehen in den Frieden“ von Udo Lindenberg unter dem Kunstwerk „Allee der Kraniche“ von der Künstlerin Birgit Frieda Amhoff gesungen. Damit haben wir am Chorprojekt des NDRs teilgenommen. Insgesamt waren wir mehr als 70 Personen, die sich auf das Experiment eingelassen haben.

Mehr Infos zum Chorexperiment:

NDR Kultur Chorexperiment: Singt mit uns für den Frieden! | NDR.de – Kultur – Musik

Vielen Dank fürs Teilnehmen!

 

(Autorin: Catrin Geldmacher)

 

 

Obwohl die Weltreise durch Wohnzimmer und der „Klangkosmos Weltmusik“ wunderbar zueinander passen, brauchte es 17 Jahre, uns zusammenzuführen. Gut Ding will Weile haben. 🙂

Dieses Mal brachte uns das Iness Mezel Duo die Musik und ein bisschen der Kultur der Berber näher.

Die Stücke von Iness Mezel und Nora Abdoun sind in der Sprache Tamazight und wurden immer mit einer kurzen Erklärung auf Englisch von Iness eingeführt. Das half mir persönlich sehr, mir die Bedeutung der Lieder noch besser vorzustellen. Oft war das Thema Wasser: kleine Bäche und auch Quellen.

Zwischenzeitlich wurden das Publikum aufgefordert, den Refrain mitzusingen – so einfach ist es, aus Publikum und Künstlerinnen eine Einheit zu bilden. Ich liebe Interaktion!

Iness hat erzählt, dass Menschen der Ethnie der Imazighen, wie sich die Berber nennen,  zum Beispiel in Algerien, Marokko, Mali und Mauretanien leben, aber oft unterdrückt werden. Die Tätowierung im Gesicht ist typisch für Frauen dieser Ethnie. Übersetzt man „Imazighen“, heißt das freie, edle Menschen.

Das einstündige Konzert hatte viel Ähnlichkeiten mit einer Weltreise durch Wohnzimmer, nur dass das Wohnzimmer in diesem Fall das Theater der Stadt Gütersloh war.

Am 11.11.2022 um 18.30 Uhr ist die nächste Veranstaltung in dieser Serie. Wir erwarten ein Quintett aus Afghanistan, das nach Portugal geflohen ist.

Liebes Theater Gütersloh und liebe Bürgerstiftung Gütersloh,

wir danken herzlich, dass ihr uns die Möglichkeit dieser besonderen Begegnungen schenkt.

Der Eintritt ist frei!