Anlässlich der diesjährigen Europawoche sprechen wir am 4. und 6.5.2021 mit jeweils maximal 20 Menschen aus den Partnerstädten des Kreises Gütersloh über ihren Beitrag zum Frieden. Es geht dabei um persönliche Antworten auf diese sieben Fragen:

  1. Was ist Ihr Anteil an Ihrem persönlichen Frieden?
  2. Was tragen Sie zu Frieden in Ihrer Partnerschaft bei?
  3. Was tragen Sie zu Frieden in Ihrer Familie bei?
  4. Was tragen Sie zu Frieden in Ihrem Freundeskreis bei?
  5. Was tragen Sie zu Frieden in Ihrem Wohnumfeld bei?
  6. Was tragen Sie zu Frieden an Ihrem Arbeitsplatz bei?
  7. Was tragen Sie zu Frieden darüber hinaus bei?

Die Antworten dazu sammeln wir in der Weltfrieden Matrix, die auf 73 Sprachen übersetzt wird und für die Menschen in aller Welt als Inspirationsquelle abrufbar sein wird – mit der Möglichkeit, die Matrix in ihrer Muttersprache weiter zu ergänzen.

Die Übersetzung beginnt, sobald wir 100 Friedensgespräche geführt haben. Im Augenblick sind es 38.

Am 4.5.2021 von 17-19 Uhr findet das Friedensgespräch auf Deutsch (per Zoom) statt.

Am 6.5.2021 von 17-19 Uhr findet das Friedensgespräch auf Englisch (per Zoom) statt.

Maximal jeweils 20 Teilnehmer und Teilnehmerinnen.

Anmeldungen unter: anmeldung@weltreisedurch.de

03/2021 Drei Reiseleiterinnen aus Spanien, Kroatien und Wales haben innerhalb von acht Tagen ihre Wohnzimmer (digital) und Herzen geöffnet und ihre Liebe zu ihrem Heimatland mit 10 bis 14 Reisenden geteilt. Die Spanienreise hat die vhs Biberach veranstaltet, nach Kroatien ging es von der vhs Gerlingen aus und nach Wales sind wir von der vhs Göttingen Osterode aus gestartet.

Lorena aus Spanien hat uns Familienfotos gezeigt, Fotos von der Landschaft ihrer spanischen Heimat und gemeinsam haben wir eine Tortilla in der Pfanne zubereitet. Die war sehr lecker, einfach herzustellen, mit wenig Zutaten und ist ein traditionelles spanisches Alltagsgericht – perfekt für die Weltreise durch Wohnzimmer.

Durch Kroatien wurden wir von einem super Mutter-Tochter-Team geleitet und haben Lust auf eine echte Reise nach Kroatien bekommen. Wir haben ein paar konkrete Reisetipps erhalten, gemeinsam einen Sardinen-Thunfischaufstrich zubereitet und ihn dann zusammen auf Brot verspeist. Sehr lecker.

In Wales war es auch toll. Natalia hat 10 Jahre mit ihrer Familie in Wales gelebt. Eigentlich kommt Natalia aus Russland und ihr Mann aus Deutschland, aber ihre Familienheimat ist Wales geworden, denn dort hatte noch keiner einen „Heimvorteil“. Alle sind bei Null gestartet. Vater, Mutter und der damals dreijährige Sohn haben bewusst „das Abenteuer Wales“ gewählt und sich komplett auf Land und Leute eingelassen. Die Tochter der Familie wurde in Wales geboren. Bei unserer Wales Reise haben wir ein bisschen walisisch gelernt und viel über die walisische Geschichte und Kultur erfahren. Gekocht haben wir bei dieser Reise nichts, aber das walisische Früchtebrot wurde uns am Bildschirm gezeigt – das war ein bisschen gemein 😉 Es soll einfach zuzubereiten sein und heißt Bara Brith. Ich werde es einmal ausprobieren.

Die Länder und unserer Reiseleiterinnen waren sehr unterschiedlich, aber eins haben sie gemeinsam: ein großes Herz.

Vielen Dank für die Gastfreundschaft!

 

 

 

Die Stockmeier Gruppe hatte 2020 ihren 100sten Geburtstag und wollte groß feiern. Dann kam Corona und eine neue Idee:

Anstatt der Feier spendet die Stockmeier Gruppe an 100 Vereine, die rund um den Firmen-Stammsitz in Bielefeld ansässig und tätig sind, je 1.000 Euro.

 

Die Auswahl der Begünstigten sollte in der Hand der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen liegen. Jede und jeder durfte eine Organisation vorschlagen, die begünstigt werden sollte.

Wir haben das Glück, dass unser Vereinsmitglied Barbara uns (den gemeinnützigen Verein Weltreise durch Wohnzimmer e.V.) vorgeschlagen hat und in der vergangenen Woche wurde die Entscheidung mitgeteilt, wer die Glücklichen sind!

Ja, wir freuen uns riesig über die 1.000 Euro und werden im Laufe des Jahres entscheiden, wie wir sie besonders effektiv einsetzen können.

Die Weltreise durch Wohnzimmer gibt es in diesem Jahr 10 Jahre. Wir können uns vorstellen, zu diesem Anlass die Spende zu verwenden.

Wir sind soooo dankbar.

 

Herzlichen Dank Herrn Stockmeier und allen Beteiligten für diese großzügige Spende und für die tolle Idee, das Jubiläumsfeiergeld so in die Gesellschaft fließen zu lassen.

Herzlichen Dank an Barbara – durch dich kommen wir in den Genuss dieses finanziellen Geschenkes und der damit verbundenen Aufmerksamkeit in den sozialen Medien.

Dadurch lernen noch mehr Menschen unsere Friedensarbeit durch die kulturübergreifenden Begegnungen kennen und werden vielleicht auch Fan.

Das ist mega!

Wir bauen 2021 die Möglichkeit aus, uns über räumliche Grenzen hinwegzusetzen und Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen kennenzulernen. Manche leben in Deutschland und manche im Ausland. Wir verbringen mit ihnen zwei Stunden Zeit und lernen dabei die Reiseleiter und Reiseleiterinnen näher kennen und ganz nebenbei kochen wir eine kleine landestypische Köstlichkeit oder steigen tiefer in ein typisches Fest ein oder lernen eine Mal- oder Basteltechnik kennen, hören eine Leseprobe aus einem selbstgeschriebenen Text oder oder oder. Möglichkeiten gibt es so viele wie Unterschiede von Menschen.

2020 konnten wir per Zoom schon zu 29 Menschen aus 13 Ländern reisen. Das wollen wir gerne 2021 mindestens verdoppeln. Unser Ziel ist es, Menschen aus allen (193) Ländern dieser Welt kennenzulernen.

Wir freuen uns über jeden Tipp, wo wir diese Menschen finden. 🙂

Bisher haben die Weltreisen auf Deutsch und auf Englich stattgefunden, aber wir sind für andere Sprachen auch offen.

per Mail:  info@weltreisedurch.de oder per Anruf: 01713893241

Wie Konfuzius schon sagte, ist es besser, ein Licht anzuzünden, als auf die Dunkelheit zu schimpfen und genauso verhalten wir uns mit den digitalen Weltreisen durch Wohnzimmer. Gemeinsam Plätzchen backen und weihnachtliche Geschichten hören, fühlt sich hell, warm und gesellig an. Gerade in diesen schwierigen Zeiten vermitteln diese Treffen in großen Gruppen aus verschiedensten Haushalten ohne Masken selbst in Quarantäne ein Gefühl von Freiheit und Normalität.

Gestern hat uns Manesa die Geschichte von dem Mädchen, das einen Brief an den Weihnachtsmann schreibt, vorgelesen. Manesa ist 2015 aus Syrien nach Deutschland gekommen und geht jetzt in die Grundschule in Rietberg. Im Augenblick ist Manesa in Quarantäne, weil in ihrer Bastel-AG ein Kind an Corona erkrankt ist. Für Manesa und ihre Mutter Marwa war die kleine weihnachtliche Auszeit eine willkommene Abwechslung in Zeiten, wo man das Haus nicht verlassen darf.

Außerdem haben wir gemeinsam die Geschichte „Wie St. Nikolaus einen Gehilfen fand“ gehört und das Leben des Kindergartenkindes Lilli ein bisschen in der Vorweihnachtszeit verfolgt: von dem Abschneiden eines Barbarazweiges, dem Nikolausstiefel, dem Basteln eines Wichtels, dem Karusselfahren auf dem Weihnachtsmarkt bis hin zum Plätzchenbacken.

Apropos Plätzchenbacken, unsere Pläzchenbackreisegruppe bestand gestern aus neun Personen aus Starnberg bei München, dem Odenwald, Gütersloh, Rheda-Wiedenbrück, Rietberg und Selfkant an dem westlichsten Zipfel Deutschlands, direkt an der holländischen Grenze. Fünf der Reisenden sind außerhalb Deutschland aufgewachsen: in den USA, in Syrien, dem Irak und Afghanistan.

Gemeinsam haben wir den Teig zubereitet:

200 g Mehl mit

1 TL Backpulver vermischen und eine Kuhle ins Mehl drücken.

100 g Zucker

1 Päckchen Vannilinzucker

und 1 Ei in die Kuhle geben.

100 g kalte Butter in kleinen Stückchen auf dem Mehlrand verteilen.

Alles mit dem Knethaken kneten und dann noch ein bisschen mit den Händen nachhelfen.

Den Teigkloß mindestens eine halbe Stunde im Kühlschrank kaltstellen.

Mehl auf den Tisch streuen, den Teigkloß mit einer Teigrolle ca. 1/2 cm dick ausrollen und mit Plätzchenausstechern Sterne, Herzen, Tannenbäume … ausstechen.

Auf einem mit Backpapier belegten Blech auf der zweiten Schiene von oben für 10 Minuten bei 180 Grad backen.

Während des Backens

1/2 Blockschokolade in eine große Tasse geben und die Tasse in einen kleinen Kochtopf mit Wasser setzen. (Es darf kein Wasser in die Tasse gelangen). Das Wasser erhitzen, damit die Schokolade in der Tasse schmilzt.

Wenn die Plätzchen anfangen, am Rand ganz bisschen braun zu werden, die Plätzchen aus dem Ofen nehmen und mit der geschmolzenen Schokolade dekorieren.

Danach haben wir gemeinsam die Plätzchen probiert.

Vielleicht sehen wir uns an einem der beiden nächsten Samstage wieder; dann backen wir andere Plätzchen und hören andere weihnachtliche Geschichten.

Das wäre toll.

Wer mitmachen möchte, sendet eine Mail an anmeldung@weltreisedurch.de und bekommt die Zutatenliste und den Zoom-Code von mir zugesendet.

Weiterhin eine schöne Vorweihnachtszeit wünscht

Catrin Geldmacher

Gemeinsam mit der Freiwilligenagentur Magdeburg bieten wir acht Weltreisen durch Wohnzimmer in der Adventszeit an. Es geht immer um Weihnachtsbräuche und traditionelle Speisen. Fünfmal geht es nach Deutschland, einmal nach Norwegen, einmal in die USA und einmal nach Indien und Großbritannien.

Am 28.11.2020 war die Auftaktveranstaltung: Es wurden gemeinsam Kokosmakronen gebacken, weihnachtliche Geschichten gelesen, weihnachtliche Bilder angeschaut und traditionelle deutsche Weihnachtsdeko bestaunt. Die Reisenden haben uns per Zoom an ihrer Weihnachtsdeko teilhaben lassen. Neben Deutschland, waren Afghanistan, Mexiko und der Iran bei der „Kokosmakronenreise“ vertreten.

Hier kommt das Rezept für alle, die die erste Reise verpasst haben:

4 Eiweiß steif schlagen

250 g Zucker reinrieseln lassen und mit dem Eiweiß steif schlagen

300 g Kokosflocken und den Saft einer Zitrone mit dem Schneebesen mit der Eimasse vermischen

die Masse auf ca. 40 Backoblaten verteilen

ca. 30 Minuten auf 160 Grad (Ober- und Unterhitze) im Ofen backen

Unter Weltreisen-Kalender finden Sie die weiteren Reisemöglichkeiten.

Gemeinsam die Vorweihnachtszeit mit Menschen aus aller Welt genießen geht mit Zoom ganz unkompliziert.

 

Nathalie aus Périgueux backt mit uns digital eine Tarte Tatin (Kuchen auf dem Kopf) und erzählt den acht Reisenden aus vier Ländern nebenbei Geschichten aus ihrem Leben, die sie mit Fotos illustriert. Nathalie als Kind in Schuluniform, bei ihrer Hochzeit (mit Bürgermeister), typische Gebäude ihrer Herkunftsregion und französisches Gebäck.

Außerdem hat uns Nathalie von ihren Großeltern väterlicherseits erzählt, die unter dem Regime Francos Spanien verlassen haben und nach Algerien geflüchtet sind, wo sie im Zuge des Algerienkrieges (1954-1962) nach Frankreich vertrieben wurden und dort aber nicht gerne gesehen waren. Uns Reisenden wurde einmal mehr klar, dass sich die Geschichte immer wiederholt. Streben nach Unabhänigkeit ist so gut wie immer mit Flucht und Vertreibung verbunden – mit dem Gefühl, im neuen Land nicht willkommen zu sein und der Sehnsucht, entweder einfach dazuzugehören oder die Zeit zurückzudrehen und in Frieden zu leben.

Im Bewusstsein dieser Familiengeschichte arbeitet Nathalie in den letzten Jahren als Coach im Bereich Mitarbeiterentwicklung im interkulturellen Bereich. In Frankreich hatte sie Germanistik studiert und in Deutschland Berufspädagogik und Französisch als Fremdsprache. Nathalie arbeitet auch als Übersetzerin, Dolmetscherin und Dozentin für Französisch als Fremdsprache.

Während dieser zwei Stunden Weltreise durch Wohnzimmer haben wir Nathalies zugewandte Art und ihre interessante Erzählweise sehr genossen.

Apropos genießen, die Tarte Tatin war leicht zuzubereiten und ein großer Genuss:

Wir haben zwei Zwiebeln in Scheiben geschnitten, in Butter mit Thymianzweigen gedünstet und in eine Tarteform gefüllt. Aus Butter und Mehl haben wir einen Teig geknetet und etwas größer als die Tarteform ausgerollt. Die Zwiebeln haben wir mit dem Teig bedeckt und 30 Minuten im Ofen gebacken. Nach der halben Stunde im Ofen haben wir die Tarte auf einen großen flachen Teller gestürzt und dann mit der Zwiebelseite diesmal nach oben wieder in die Form gleiten lassen. Jetzt haben wir sie mit Ziegenkäse-Scheiben bedeckt und ein paar Minuten im Ofen gegrillt.

Gemeinsam haben wir diese französische Köstlichkeit dann an unseren Bildschirmen gegessen und uns darüber gefreut, ein neues Gericht in unsere Alltagsküche übernehmen zu können.

Für alle, die sich mehr in das Miteinander unterschiedlicher Kulturen vertiefen möchten, hat Nathalie ein paar Tipps:

Buch: „Papa, was ist ein Fremder?“ von Tahar Ben Jelloun

https://www.swp.de/unterhaltung/kultur/abbas-khider_-_ich-bewundere-diese-sprache_-30045002.html (Interview Abbas Khider: Bewunderung für die deutsche Sprache/ Südwest Presse Online)

https://www.goethe.de/de/kul/lit/20437059.html (Deutsch ist meine neue Zunge von Abbas Khider)

Hier ein etwas älterer Artikel, aber inhaltlich immer noch sehr aktuell:

Liebe Nathalie, 1000 Dank für deine Offenheit, deine Denkanstöße und deine Gastfreundschaft!

Jede Weltreise durch Wohnzimmer ist einzigartig und nie weiß man vorher, was Gutes passieren wird. Im Rahmen der Woche des bürgeschaftlichen Engagements waren wir bei Nick B. Ponter, dem englischen Buchautor zu Gast, der uns von seinem bewegten Leben erzählt hat.

Angefangen hat sein Leben in Ascot (vielen vom Pferderennen bekannt) in der Nähe von Windsor (Windsor Castle ist auch nicht unbekannt), wo er die ersten 16 Jahre seines Lebens aufgewachsen ist. Ab da war es ihm irgendwie ein bisschen eng daheim und er wollte mehr von der Welt sehen.

Beruflich begann Nick als Tischler, später war er für sechs Jahre englischer Diplomat in Pakistan und Bangladesch. Letztendlich ist er in Deutschland gelandet und gibt hier schon seit mehr als zehn Jahren Englisch für Berufstätige in Firmen, deren Personal teilweise im Ausland tätig ist und dafür Business-Englisch benötigt. Privatpersonen, die Englisch lernen möchten, sei es für Freizeit oder Beruf, sind natürlich auch bei Nick an der richtigen Stelle. Nicks Kurse finden vor Ort in den Firmen statt und sind außerdem auch online möglich.

Nicks Woche könnte gut und gerne 9 anstatt 7 Tagen haben, obwohl sein Tag für ihn schon um 4.30 Uhr beginnt. Von seiner Lebensenergie musste er uns nichts erzählen, die war während der mehr als 2 Stunden immer klar zu spüren. 15 Fotos hat Nick uns gezeigt, die er immer als Aufhänger genutzt hat, um von einigen Highlights in seinen Leben zu berichten.

12 Reisende im Alter von 18 bis 86 sind mit Nick auf digitale Weltreise durch Wohnzimmer gegangen und haben unter Nicks Anweisungen auch noch ein Hähnchen-Tomaten-Curry gekocht. Das Gericht erinnert ihn immer an seinen Lebensabschnitt in Asien und hat allen Mitreisenden ausgezeichnet gemundet.

Bei den digitalen Reisen ist es egal, ob man in der Nachbarschaft des Reiseleiters wohnt oder weit weg (Sogar manchmal in einem anderen Land – das ist für mich immer wieder aufs Neue faszinierend.). Durch die Zoom-Konferenzschaltung wirkt es so, als würden wir alle an einem Tisch sitzen. Besonders immer zum Schluss, wenn wir gemeinsam das zubereitete Gericht essen.

Eine besondere Entwicklung hat diese Englandreise für Fatema genommen. Fatema wollte an der Unterhaltung mit Nick teilnehmen, hatte aber durch persönliche Umstände keine Möglichkeit, mitzukochen. Als sich die Reisenden bei Nick zu Reisebeginn vorstellten, wurde plötzlich klar, dass Fatema und Katja in der gleichen Stadt wohnen und sogar nur ein paar Häuser voneinender entfernt. Somit hat Katja kurzerhand zu sich eingeladen und Fatema wusste gar nicht wie ihr geschah. Da wurde für Katja und Fatema aus einer digitalen Reise ganz plötzlich eine analoge. 🙂

Man weiß morgens nicht, was der Tag einem so Gutes bringt.

Ach ja, und wer Nicks englischen Fantasyroman „Connor Jackson an the Memory Thieves“ lesen oder als Hörbuch genießen möchte, der sollte nicht länger zögern.

Lieber Nick, vielen Dank für deine Zeit und deine Geschichten. Es war großartig mit dir.

 

„Warum gibt es nie Reisen in deutsche Wohnzimmer?“ wurde ich schon öfter gefragt. Nur, weil man in Deutschland lebt, hat man noch lange keine Einladungen zu Deutschen. Diese Frage habe ich gern zum Anlass genommen, zu mir einzuladen (per Zoom – coraonabedingt). Seit dem Entschluss, selber Reiseleiterin zu sein, kann ich mich noch besser in die Situation einer Weltreise durch Wohnzimmer-Reiseleiterin einfühlen.

Als erstes wird ein Reisetermin festgelegt und dann überlegt, was ich mit meinen Gästen kochen könnte. Was würde ihnen wohl schmecken? Was ist typisch deutsch? Habe ich ein traditionelles Familienrezept? Ich habe mich für unser Familienrezept „Mandarinenquartorte“ entschieden. Werden die zwei Stunden reichen, um die Torte zu backen und dann gemeinsam zu essen und nebenbei auch noch genug aus meinem Leben zu erzählen? Sicherheitshalber habe ich mit der Stoppuhr Probe gebacken. Ich habe 20 Minuten für den Boden gebraucht, 20 Minuten fürs Herstellen der Füllung und 9 Minuten fürs Füllen und Dekorieren der Torte = 49 Minuten. Dann habe ich noch mehr als eine Stunde zum Erzählen. Das müsste passen.

Als nächstes habe ich Fotos aus meinem Leben herausgesucht. Fotos von Familienfesten. Meine Taufe, Konfirmation und Hochzeit. Ostern, Weihnachten. Erster Schultag, Urlaub, Hobbies, Kinderkarneval, Kindergeburtstag. Es war ein komisches Gefühl, mein ganzes Leben Revue passieren zu lassen und immer zu überlegen „Wird es die Reisenden wohl interessieren?“.

Außerdem habe ich ein paar Fotos von Hameln, meiner Geburtsstadt herausgesucht um den Reisenden die Rattenfängersage zu erzählen. So viel Zeit muss sein. 🙂

14 Reisende haben sich dann per Zoom dazugeschaltet. Die Reisegruppe kam aus dem Irak, dem Iran, der Türkei, Afgahanistan, Nigeria, Burkina Faso, Guinea, Eritrea, El Salvador, China, Deutschland und England. Neun davon haben mitgebacken. Die anderen hatten entweder keinen Ofen, keinen Mixer oder eine Allergie. Sie haben sich dann nur die Fotos angeschaut und den Erzählungen gelauscht.

Zum Schluss haben wir dann den Kuchen gemeinsam gegessen und ich war ganz gespannt, ob es allen schmeckt.

Besonders hat mich gefreut, dass Zhi aus China sehr glücklich und stolz war, dass sie mit uns ihre erste deutsche Torte gebacken hat, die gelungen ist.

Ich freue mich, dass ich jetzt nicht nur die Erfinderin der Weltreise durch Wohnzimmer bin, sondern nun auch zum Kreis der Reiseleiter und Reiseleiterinnen gehöre. 🙂

Vielen Dank an alle, die sich für mich und mein Leben interessiert haben.

Catrin

Das erste Mal, dass drei Freundinnen gemeinsam Reiseleiterinnen waren. Lilo, Florence und Donata kommen aus Kenia und haben sich erst in Hamburg kennengelernt. Florence kommt aus Kisumu am Victoriasee, Donata aus Mombasa am Indischen Ozean und Lilo aus Kenias Hauptstadt Nairobi. Lilo und Florence kennen sich schon 10 Jahre und Donata hat die beiden vor 5  Jahren zum ersten Mal getroffen. Inzwischen sind sie Geschäftsparterinnen geworden. Florence ist Modedesignerin und Donata bietet afrikanische Desingermode auf der Website www.afroschick.de an. Alle zusammen organisieren auch gerne Musikevents von afrikanischen Bands und sorgen dafür, dass alles reibungslos läuft.

Durch den Hamburger Verein „Miteinander in Bergedorf e.V.“ ist der Kontakt zu uns entstanden. Darüber sind wir sehr glücklich.

Diese Reise fand digital statt. Also standen die drei Freundinnen in Hamburg am Laptop und die 12 Reisenden waren per Zoom aus Kenia, dem Sauerland, dem Odenwald, Ostwestfalen und Hamburg dazugeschaltet.

Erst haben wir uns gemeinsam die Kenia-Landkarte angeschaut, um uns zu orientieren, wo die Gastgeberinnen genau herkommen.

Danach durften wir ein paar Familienfotos von Florence sehen und sie hat uns von ihrer Familie erzählt. Ihre Schwester und ihr Bruder aus Kenia waren zu uns dazugeschaltet.

Dann haben wir nach den Anweisungen unserer Reiseleiterinnen das Gericht „Ugali Nyama Cabbage“ zubereitet.

Jeder hat in seiner Küche Gemüse gewaschen, geschnippelt und gegart. Dazu gab es Grießbrei.

Beim Schnippeln des Gemüses haben wir ab und zu ein Foto der Freundinnen beim Einsatz auf ihren Events angeschaut.

Die Zeit verging wie im Flug.

Nach knapp einer Stunde und 45 Minuten haben wir gemeinsam gegessen. Jeder in seiner Küche und haben uns gefreut, 2 Stunden mit so tollen Frauen erleben zu dürfen.

1000 Dank für eure Offenheit und Gastfreundschaft. Alles Gute für euch privat und geschäftlich!

 

Buschtrommeln sind zu hören, ein Lagerfeuer brennt. Im Bach liegen gekühlte Getränke. Die geschnitzte Holzmaske hängt am Haus zur Beschwörung böser Geister und der Erinnerung an Ahnen, drei Erdmännchen aus Holz schauen uns aufmerksam an.

 

Wo wir sind? Nicht in Namibia, sondern in einem Garten in Oberzent. Dort wohnt Eva, die zusammen mit der Ehrenamtsagentur des Odenwaldkreises eine „Weltreise durch Wohnzimmer“ (wegen Corona im Garten) veranstaltet hat und von ihren Gästen nur beim Vornamen genannt wird. Bei der „Weltreise durch Wohnzimmer“ öffnen Menschen, die nicht in Deutschland geboren sind, für zwei Stunden ihr Wohnzimmer/ihren Garten, um von sich, ihren Familien und ihrem Herkunftsland zu berichten.

 

Die 15 Gäste, die sich bei Eva eingefunden haben, werden mit „Biltong“ (getrocknetem Fleisch), „Droe’Wors“ (Trockenwurst), „Windhoek“ Lager-Bier, Cider und einem namibianischen Rock-Shandy (Cocktail) herzlich willkommen geheißen – und mit den Worten „Where do you come from – Germany? Dann können wir ja auch Deutsch reden.“

 

Die 62-jährige Gastgeberin hat viel zu erzählen. Ihr Opa kam als Soldat 1903 in die Kolonie Deutsch-Südwest-Afrika. Die Schutztruppe hatte die Aufgabe, die damaligen kolonialen Interessen durchzusetzen. Der Vater war Bohrmeister und half erfolgreich mit der Wünschelrute bei der Wassersuche und Brunnenbohrung in dem trockenen Land. Die kleine Eva lernte, weil sie manchmal mit zur Arbeit durfte, schon als Kind das eindrucksvolle Land kennen. Es folgte nach dem Besuch der deutschen Schule ein Studium in Südafrika, da in Namibia noch keine Universitäten waren, die Familiengründung und die Geburt zweier Söhne.

 

Ein einschneidendes Erlebnis änderte ihr Leben: Bei einem Stau auf der Autobahn blickte sie plötzlich einer Pistole in den Lauf. Die Apartheid forderte ihren Tribut, wobei es auch zu gewaltsamen Unruhen und Übergriffen kam. Zum Glück löste sich der Stau auf und so konnte sie entfliehen. Dieses Ereignis setzte sich jedoch bei ihr fest und die damalige Anstellung bei der Firma SAP-Johannesburg ermöglichte es ihr, mit der ersten „Greencard“ als IT-Fachfrau nach Deutschland zu kommen. Seit 2008 wohnt sie nun im eigenen Häuschen in einem Stadtteil von Oberzent.

 

Mit kleinen Anekdoten, Bildern und einem Buschmann-Fondue lernten die Gäste bei dieser „Weltreise durch Wohnzimmer“ viel über Land und Leute aus erster Hand. Auch dass es wichtig ist, seine Wurzeln zu behalten, denn in Evas Brust schlagen zwei Herzen: eines für die alte und eines für die neue Heimat und beide sollen ihren Platz behalten. Eva zitiert ein altes Gedicht: „,Man kann Afrika nicht verlassen‘, sagte Afrika, ,meine Flüsse laufen in Strömen im Wirbel Deiner Daumenabdrücke, meine Trommeln trommeln Deinen Puls, meine Küste widerspiegelt die Silhouette Deiner Seele.‘“

 

Aus den ursprünglich angesetzten zwei Stunden wurden mehr als drei und beim Abschied bekam jeder der nachhaltig beeindruckten Gäste noch einen Stempel sowie eine Widmung in den Weltreisepass: „Wende Dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter Dich.“

 

Die nächste Reise führt am Donnerstag, 29. September 2020, 18:00 Uhr, nach Israel und zwar dieses Mal online am PC, Laptop, Tablet oder Handy. Anmeldungen und Anleitung dazu sind ab sofort unter ehrenamt@odenwaldkreis.de oder telefonisch bei der Ehrenamtsagentur unter 06062 70-127 möglich. Informationen zur „Weltreise durch Wohnzimmer“ stehen auf der Internetseite des Kreises www.odenwaldkreis.de unter dem Stichwort „Leben im Odenwaldkreis“ und dem Unterpunkt „Ehrenamt / Vereine“.

(Bericht und Foto: Ehrenamtsagentur Odenwaldkreis)

Nach ein paar Monaten in Corona-Schockstarre trauen wir uns jetzt, unser Programm durch eine digitale Variante zu erweitern. Digitale Wohnzimmerreisen können zwar nicht die echte nahe Begegnung der ursprünglichen Weltreisen durch Wohnzimmer ersetzen, aber sie bieten Vorteile, die die Ursprungsform nicht hat:

 

– Es kann live ins Heimatland geschaltet werden und die Familie der Reiseleiter*innen führt durch die Wohnung im Ursprungsland.

– Es kann während der Reise gemeinsam gekocht und gegessen werden (die Zutatenliste wird bei der Reiseanmeldung zugeschickt).

– Eltern/ Alleinerziehende können reisen, ohne die Kinder aus den Augen zu lassen.

– Menschen mit Gehbehinderungen können Wohnzimmer erreichen, die sonst unerreichbar wären.

– Man kann sich mit Freunden und Verwandten, die man nicht persönlich treffen kann (weil sie in einer anderen Stadt oder sogar in einem anderen Land wohnen), zur Wohnzimmerreise verabreden und ein gemeinsames Reiseerlebnis haben.

 

Wie wäre es, wenn wir alle Länder der Welt digital bereisen?

Das heißt, Menschen die im Ausland geboren sind, öffnen ihr Wohnzimmer in Deutschland oder Menschen öffnen direkt ihr Wohnzimmer im Ausland und erzählen uns ihre Geschichte und kochen mit den Reisenden gemeinsam.

Bitte helfen Sie uns, Reiseleiter zu finden, die für zwei Stunden ihr Wohnzimmer öffnen, von sich, ihrer Familie und ihrem Land erzählen und dabei mit uns kochen. Und reisen Sie mit.

Diese 196 Länder gilt es digital zu bereisen (In 14 Ländern (29 Reisen) davon hat bisher schon die digitale Weltreise durch Wohnzimmer stattgefunden. Wenn ein Land mehrmals digital bereist wurde, steht jeweils das erste Reisedatum hinter dem Land.) (Stand 31.12.2020):

Afghanistan – geplant für Februar 2021

Ägypten

Albanien

Algerien

Andorra

Angola

Antigua und Barbuda

Äquatorialguinea

Argentinien – geplant für September 2021

Armenien

Aserbaidschan

Äthiopien

Australien

Bahamas

Bahrain

Bangladesch

Barbados

Belgien

Belize

Benin

Bhutan

Bolivien – geplant für Juni 2021

Bosnien und Herzegowina

Botswana

Brasilien – 12.7.2020

Brunei

Bulgarien

Burkina Faso – 11.7.2020

Burundi

Cap Verde

Chile

China

Cookinseln

Costa Rica

Dänemark

Deutschland – 14.5.2020

Dominica

DominikanischeRepublik

Dschibuti

Ecuador

Elfenbeinküste

El Salvador

England – 17.9.2020

Eritrea

Estland

Eswatini

Fidschi

Finnland

Frankreich – 23.4.2020

Gabun

Georgien

Ghana

Grenada

Griechenland

Großbritannien

Guatemala

Guinea

Guinea-Bissau

Guyana

Haiti

Honduras

Indien – 18.6.2020

Indonesien – 4.7.2020

Irak

Iran – 12.6.2020

Irland

Island

Israel – 29.9.2020

Italien

Jamaika

Japan

Jemen

Jordanien

Kambodscha

Kamerun

Kanada

Kasachstan

Katar

Kenia – 22.8.2020

Kirgisistan

Kiribati

Kolumbien

Komoren

Kongo

Korea (Nord- und Süd-)

Kosovo

Kroatien

Kuba

Kuwait

Laos

Lesotho

Lettland

Libanon

Liberia

Libyen

Liechtenstein

Litauen

Luxemburg

Madagaskar

Malawi

Malaysia

Malediven

Mali

Malta

Marokko

Marshallinseln

Mauretanien

Mauritius

Mexiko

Mikronesien

Moldau

Monaco

Mongolei

Montenegro

Mosambik

Myanmar

Namibia

Nauru

Nepal

Neuseeland

Nicaragua

Niederlande

Niger

Nigeria – 8.7.2020

Nordmazedonien

Norwegen – 28.5.2020

Oman

Österreich

Pakistan

Palau

Panama

Papua-Neuguinea

Paraguay

Peru

Philippinen

Polen

Portugal – geplant für April 2021

Ruanda

Rumänien – geplant für Mai 2021

Russland – 16.7.2020

Salomonen

Sambia

Samoa

San Marino

Sao Tomé und Príncipe

Saudi-Arabien

Schweden

Schweiz

Senegal

Serbien

Seychellen

Sierra Leone

Simbabwe

Singapur

Slowakei

Slowenien

Somalia

Spanien – geplant für März 2021

Sri Lanka

St. Kitts und Nevis

St. Lucia

St. Vincent und die Grenadinen

Südafrika

Sudan

Südsudan

Suriname

Syrien

Tadschikistan

Taiwan

Tansania

Thailand – geplant für März 2021

Timor-Leste

Togo

Tonga

Trinidad und Tobago

Tschad

Tschechische Republik

Tunesien

Türkei – 7.11.2020

Turkmenistan

Tuvalu

Uganda

Ukraine – 30.4.2020

Ungarn

Uruguay

USA – 9.12.2020

Usbekistan

Vanuatu

Vatikanstadt

Venezuela

Vereinigte Arabische Emirate

Vietnam

Weißrussland

Zentralafrikanische Republik

Zypern